O Bus, Obus: Schöne Erinnerungen an meine Fahrten zur Schule

Omnibus ist das lateinische Wort „für alle“. Für mich aber ist ein Omnibus etwas ganz Spezielles. Mit außergewöhnlichen Bussen bin ich nämlich als Kind jeden Tag zur Schule gefahren.

Von 1951 bis 1969 gab es in Bonn Obusse. Die beiden Linien 15 (Bundeshaus – Bahnhof –
Duisdorf – Lengsdorf) und 16 (Bahnhof – Poppelsdorf – Venusberg) waren genau die Linien, mit denen ich von 1968, als meine Eltern zum Venusberg umzogen, bis 1974 in die Schule fuhr.

Auf der Linie 15 wurden damals Eineinhalbdecker eingesetzt. Ihre vordere Hälfte kommt als normaler Eindecker daher; hinter der Mitteltür steigt das Dach an, und von hinten ist der Bus ein Doppeldecker. Diese Busse wurden von 1955 bis 1976 von der Karosseriefabrik Gebrüder Ludewig in Essen-Altenessen hergestellt. Zeitweilig hatte Ludewig so viele Aufträge dafür, daß die Firma Lizenzen zum Bau von Eineinhalbdeckern an die Karosseriefabrik Walter Vetter in Fellbach bei Stuttgart und an die italienische Firma Macchi in Varese vergab.

Die tägliche Schulfahrt mit diesen Bussen hat mich zum begeisterten Benutzer Öffentlicher Verkehrsmittel gemacht. Man könnte tausenderlei Geschichten und Geschichtchen rund um die Bonner Obusse oder die Anderthalbdecker erzählen; das sind die kleinen Anekdoten meiner Jugend. Und wer versetzt sich nicht gern in seine Kindertage oder Jugend-Abenteuer zurück?

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3 Kommentare zu “O Bus, Obus: Schöne Erinnerungen an meine Fahrten zur Schule

  1. Bis ich 1975 in die Schule kam, wusste ich nicht, dass es überhaupt etwas anderes als Obusse gibt. Sie hörten sich anders als normale Autos an, manche Schaltvorgänge konnte man hören, während der Fahrt war dauernd ein Klacken und Rattern dabei, der Motor klang viel mehr nach Science Fiction als jedes andere Auto, und für uns war das alles ganz normal. Ich konnte einen Obus immer schon durch sein Geräusch von jedem anderen Auto unterscheiden.

  2. Das Klacken war ein spezifisches Merkmal der Obusse vom Typ ÜH IIIs der Waggonfabrik Uerdingen und ihrer ersten Nachfolgergeneration TS1 in Solingen. Der ÜB IVs von Uerdingen kannte dieses Geräusch nicht.

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