Unsere Kindheit und Jugend: Tretroller, Goggo, Hanomag und Obusse

Früher mussten die Menschen buchstäblichh die Kohlen aus dem Feuer holen und es regelmäßig im Ofen schüren. Härter ist das Leben geworden und schneller. Ruppiger ist der Umgangston geworden und harscher.

Seit meiner Geburt vor fast 58 Jahren hat sich das Alltagsleben geradezu dramatisch verändert. Wenn man allmählich in die Jahre kommt, dann fallen einem doch einige gravierende Veränderungen auf.

Manche davon habe ich 2005 aufgeschrieben. In dem Buch „Wir vom Jahrgang 1955 – unsere Kindheit und Jugend“ sind diese Geschichten nachzulesen.

Mit dem Roller namens „Pucky“ bin ich durch das Dorf vor den Toren der damaligen Bundeshauptstadt Bonn gefahren. Die volle Milchkanne aus Blech war währenddessen ebenso atemberaubenden Loopings ausgesetzt wie die Fahrgeschäfte auf „Pützchens Markt“.

Der Lanz Bulldog, Hanomag-Zugmaschinen, Eineinhalbdecker und Obusse aus Krefeld-Uerdingen hatten es mir angetan. Auch das Goggomobil, der „Leukoplast-Bomber“ Lloyd, der Messerschmidt Kabinenroller und die „Knutschkugel“ BMW Isetta oder andere Kleinwagen knattern mir noch heute vertraut in den Ohren.

Den Entwickler des Goggomobils habe ich 1988 für ein anderes Buch interviewt. Karl Dompert hat mir damals wunderbare O-Töne für einen Radiobeitrag im Hessischen Rundfunk (HR) geliefert.

600 Jahre Markt Pilsting – von der Isaria-Sämaschine zum Neoplan Bus“ lautet der Titel des Buchs, in dem ich die Industriegeschichte eines kleinen bayerischen Marktfleckens beschrieben habe. Von Sämaschinen über Kochtöpfe aus Flugzeugblech sowie Motorroller und Autos zieht sich die Entwicklung in Pilsting weiter über Traktoren und Zugmaschinen bis hin zu Bussen für den Reise- und Linienverkehr.

Auch an einem Buch über den Öffentlichen Personennahverkehr in Marburg habe ich mitgearbeitet. Zum 100-jährigen Jubiläum der ersten Pferdebuslinie durch die mittelhessische Universitätsstadt ist 1999 „Mit Hafer, Strom und Diesel
100 Jahre Nahverkehr in Marburg – Vom Pferdebus zum Niederflurgelenkbus“ erschienen.

Manchmal komme ich mir schon etwas alt vor, wenn ich an die „guten alten Zeiten“ zurückdenke. Aber wer erinnert sich nicht manchmal voller Wehmut an seine Kindheit und Jugend?

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5 Kommentare zu “Unsere Kindheit und Jugend: Tretroller, Goggo, Hanomag und Obusse

  1. Obwohl ich ueber 10 Jahre juenger bin kann ich mich auch noch an die knatternden Strassengeraeusche erinnern. Gogos waren da schon selten und Knutschkugeln gar eine Sensation. Wummernde Autobaesse gab es nicht, bestenfalls ein schepperndes Autoradio, was ich aber angenehmer fand, weil es nicht so durchdringend/aufdringlich war wie diese Baumaschinenrhythmen, die heute als Musik bezeichnet werden. Ausserdem fand ich spaeter, im Rueckblick dass der Himmel eine intensivere Blaufaerbung hatte, ebenso wie die von der Sonne beschienenen Mauern und die Luft schien mir zurueckriechend auch zwar abgasreicher aber dennoch frischer – seltsamerweise.
    Und nun ertoent die Klarinette und ich schliesse mit den Worten ab: Ja, und heute gebe *ich* meinem Enkel Werther’s Echte… oder wie sich die schreiben… 🙂 … will heissen: eigentlich sind wir ja beide noch vergleichsweise junge Huepfer und trotzdem schon diese Melancholie ob der alten Zeiten – wo soll das nur enden. 🙂

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