Unsere uhrplötzliche Umstellung: Sommerzeit bei Winterwetter

Die Tage werden länger. Die Nacht wird ganz kurz. Die Sommerzeit beginnt am Sonntag (31. März).

Merkwürdig mutet es mich an, dass der Beginn der Sommerzeit mit Winterwetter einhergeht. Ein wenig amüsiert es mich auc, dass mancher Zeitgenosse am Ostermorgen statt nach versteckten Eiern vielleicht nach einer verlorenen Stunde suchen könnte.

Am frühen Morgen des Ostersonntags werden die Uhren in Mitteleuropa eine Stunde vorgestellt. Die karfreitägliche Trauer um den Tod des Gekreuzigten wird damit eine Stunde verkürzt.

Dank der Sommerzeit können die Menschen an warmen Frühlings- und Sommerabenden eine Stunde länger im Hellen draußen sitzen. Die Verschwendung der Sonnenstrahlen nachts um 5 Uhr wird so in eine Nutzung des Lichts für einen länger helllichten Tag umgewandelt.

Diese geschenkte Stunde wurde den Menschen in der Nacht zum Ostersonntag jedoch schmählich gestohlen. Den Sommer über wird ihnen das dann als lichte Abendstunde wieder zurückgegeben. Am letzten Sonntag im Oktober schließlich erhalten sie auch eine Stunde zusätzliche Nachtruhe zurück.

Seit 1980 findet die Umstellung auf Sommerzeit in Deutschland alljährlich an letzten Sonntag im März statt. Nach der Stunde, die um 1 Uhr beginnt, springt der Uhrzeiger in dieser besonderen Nacht gleich auf 3 Uhr.

Zurückgestellt werden die Uhren am letzten Sonntag im Oktober. Dann gibt es zwischen 1 und 3 Uhr gleich drei Stunden. Von 2 Uhr a an läuft erst einmal eine Stunde bis 2 Uhr b und dann noch einmal eine 60 Minuten lang bis 3 Uhr.

Wegen der besseren Nutzung des Tageslichts heißt die Sommerzeit auf Englisch auch „Light Saving Time“. Allerdings soll die Zeitumstellung nicht nur das Licht besser ausnutzen, sondern auch Energie sparen.

Den erhofften Effekten stehen jedoch auch einige Probleme gegenüber, die die Umstellung der Uhren für Menschen und Tiere, aber auch für Technik und Wissenschaft mit sich bringt. Die sogenannte „Innere Uhr“ stimmt nicht mit der offiziellen Uhrzeit überein, sodass viele Menschen und Haustiere die zeitliche Umstellung alltäglicher Vorgänge erst allmählich verkraften.

Bemerkenswert ist zudem, dass die Sommerzeit in Deutschland erstmals 1916 während des Ersten Weltkriegs und dann erneut 1943 während des Zweiten Weltkriegs eingeführt wurde. Möglicherweise mag der militärische Nutzen neben der erhofften Energieeinsparung also auch ein Grund gewesen sein für die Einführung der Sommerzeit.

Über die Sinnhaftigkeit der Sommerzeit streiten sich seit Jahren die Geister. Schon lange vertrete ich die Auffassung, dass die alljährliche Zeitumstellung völlig unnötig ist.

Würde man die Sommerzeit auch im Winter beibehalten, stimmten Sonnenstand und Uhrzeit zwar nicht miteinander überein; aber das tun sie wegen der Größe der Zeitzonen ohnehin nicht genau. Im Winter würde es auch erst spätr hell; aber das ist an grauen Herbst- oder Wintertagen auch egal.

Behalten wir also die Sommerzeit auch im Winter! Vielleicht bleibt dann ja auch in der kalten Jahreszeit etwas mehr von dem wärmenden Gefühl des Sommers im Alltag zurück.

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