Dahingeschmolzene Hoffnungen: Unser gemeinsamer Ausflug zu Himmelfahrt

Auch wenn er „Himmelfahrtstag“ heißt, unternehmen die meisten Menschen an diesem Feiertag doch eher einen Ausflug ins Blaue oder Grüne. Gruppen von Männern mit Bollerwagen und einem Fässchen Bier darauf begeben sich auf einem Vatertagsausflug hinaus in die schöne Natur. Auch mich hat Himmelfahrt häufig hinausgelockt zu wunderbaren Wanderungen.

Meist habe ich diese Wanderungen gemeinsam mit meiner Ehefrau Erdmuthe Sturz unternommen. Beliebtestes Ziel war dabei die „Schmelzmühle“ im Lollarer Stadtteil Salzböden.

Vom Bahnhof Frohnhausen aus gingen wir durch den Ort zunächst bis zum Kinderspielplatz am Bachufer. Das muntere Bächlein entlang führte uns dann der Weg an Weiden und Wiesen, Bäumen und Büschen vorbei, bis er im großen Bogen anstieg und einen bewaldeten Hang erklomm.

Nach einem anstrengenden Aufstieg durch den Wald erreichten wir oben schließlich eine Kreuzung. Geradeaus ging der Weg weiter über ein Hochplateau, um schließlich auf eine alte Wagenstraße zu stoßen. Von schräg rechts hinten kam der Weg mit dem holprigen Steinpflaster, dem wir fortan folgten.

In einer großen Kurve führte er schließlich den Berg hinab. Hier begann eine Teerdecke und kurz darauf die Bebauung. Freilich zählte der Ortsteil „Schmelz“ des Stadtteils „Salzböden“ kaum mehr als ein Dutzend Häuser.

Zur Rechten floß das Flüsschen Salzböde ein wunderbar begrüntes Tälchen entlang. Zur Linken lag an dem Fluss die alte Wassermühle, in der wir dann gerne einkehrten.

Nach einer einstündigen Wanderung hatten wir uns ein üppiges Mittagessen redlich verdient. Meist konnten wir am Himmelfahrtstag draußen sitzen, weil das Wetter warm und sonnig war. Freie Plätze waren dort mitunter aber Mangelware.

Trotz voller Mägen haben wir den Heimweg hinterher immer schneller geschafft als den Hinweg. Vermutlich lag das vor allem daran, dass Schmelz höher liegt als Frohnhausen.

In Frohnhausen haben wir uns manchmal auch die alte Wehrkirche oder das Schloss angesehen. Freilich taten wir das immer nur von draußen, weil die Gebäude verschlossen waren.

Verschlossen ist mir heute leider auch die Erneuerung der traditionellen Himmelfahrtswanderung zur Schmelzmühle. Meine geliebte Erdmuthe hat am 28. September 2010 ihre letzte Himmelfahrt angetreten. Mit anderer Begleitung wäre es für mich auch nicht mehr das Gleiche.

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