Blind sein, heißt kämpfen: Ich bin ein hoffnungsloser Optimist

Ich bin ein hoffnungsloser Optimist. Was bleibt einem auch anderes übrig, als aus dem Schlimmsten das Beste zu machen?

Durch meine Behinderung habe ich Kämpfen gelernt. „Blind sein, heißt kämpfen“, hat mir der portugiesische Literatur-Nobelpreisträger José Saramago bei einem Interview einmal gesagt.

Kämpfen müssen ist manchmal aber kräftezehrend und ermüdend. Wenn man jeden Tag wieder um seine Rechte kämpfen muss, dann fehlt mitunter die Kraft für andere wichtige Dinge.

Es schmerzt, jeden Tag wieder auf´s Neue erklären zu müssen, warum man diese oder jene technische Ausstattung braucht. Manchmal tut es schon weh, überhaupt sagen zu müssen, dass ich behindert bin.

„Inklusion“ ist zwar ein Modewort, mit dem viel Schindluder getrieben wird. Dahinter indes steht die Idee, dass Menschen miteinander ohne ständige Ausgrenzung leben. Selbstverständlich gehören in einer demokratischen und menschlichen Gesellschaft alle von vornherein dazu.

Für eine solche Gesellschaft kämpfe ich. Dafür lohnt sich die Kraft.

Ich bin hoffnungsfroh, dass ich eines Tages vielleicht nicht mehr um jede barrierefreie Website oder jede akustische Übermittlung von Informationen werde kämpfen müssen. Schließlich bin ich ja ein hoffnungsloser Optimist.

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