Bye, bye, Barschel: Der tödliche Absturz des Jürgen W. Möllemann am 5. Juni 2003

Jürgen W. Möllemann sprang am 5. Juni 2003 in den Tod. Genauso wie 1987 bei Uwe Barschel handelt es sich bei seinem Absturz um einen Selbstmord. Alles andere wäre wohl nicht beweisbar.

Ein Verbindungsglied zwischen beiden Fällen ist Adnan Khashoggi. Der ägyptische Waffenhändler war in Geschäfte verwickelt, die Barschel am 11. Oktober 1987 im Genfer Hotel „Beau-Rivage“ möglicherweise das Leben gekostet haben. Seinem Geschäftsfreund Möllemann hatte Khashoggi ein Teil seines Grundstücks auf Gran Canaria abgetreten, damit der FDP-Politiker darauf ein Ferienhaus errichten konnte.

Selbstverständlich deutet der Absturz einer Vereinskameradin Möllemanns mit seinem Fallschirm nicht auf eine Ermordung des nordrhein-westfälischen Politikers hin. Möllemanns Schirm, den er ihr kurzfristig ausgeliehen hatte, war zwar manipuliert worden; sein Fallschirm hingegen war nach den Untersuchungen der Behörden völlig intakt.

Die zwiespältige und zwielichtige Rolle des ehemaligen Vizekanzlers Möllemann beleuchtet eine aus dem Jahr 2007. Die Verstrickung des israelischen Geheimdiensts Mossad in den Tod Barschels beschreibt der ehemalige Mossad-Agent Victor Ostrovsky in seinem 1994 auf Deutsch erschinenen Buch „Geheimakte Mossad“.

Der Dritte im Bunde der auf mysteriöse Weise ums Leben gekommenen deutschen Spitzenpolitiker war der ehemalige FDP-Schatzmeister Heinz-Herbert Karry. Der damalige hessische Wirtschaftsminister wurde am 11. Mai 1981 im Bett erschossen.

Für seinen Tod waren nach den polizeilichen Ermittlungen die „Revolutionären Zellen“ (RZ) verantwortlich. Erstaunliche Treffsicherheit bewiesen diese Startbahn-Gegner allerdings bei dem Präzisionsschuss über die – vor ihm schlafende – Ehefrau hinweg direkt in Karrys Halsschlagader.

Nur ein dummer Zufall ist wohl, dass Karry sich für Waffengeschäfte mit arabischen Ländern stark gemacht hatte. Sicherlich sind Vermutungen reine Verschwörungstheorie, der Mossad habe bei diesen drei Fällen seine Finger im Spiel gehabt.

Noch genau erinnerlich ist mir jedoch der verzweifelte Tonfall in Möllemanns Stimme, als er in einem Hörfunkinterview zwei Tage vor seinem Absprung erklärte, er werde mit dem Tode bedroht. Das schöne Wort „Verschwörungstheorie“ entledigt die Lesenden schnell, sich mit derartigen Äußerungen nicht weiter zu befassen. Anderes könnte ja auch zu Zweifeln führen, die die deutsche Politik als mörderischen Krimi oder Agenten-Thriller erscheinen lassen.

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