Na logisch: Schlamperei beim Sprechen zeugt von unscharfem Denken

Sprache ist einer der wichtigsten Träger von Logik. Schlampiger Umgang mit Sprache zeugt von einer Vernachlässigung des exakten Denkens.

Natürlich ist Sprache immer im Wandel. Hektik und Zeitnot erzwingen geradezu die Verkürzung von Wörtern und Sätzen oder die Vereinfachung komplizierter Satzkonstruktionen.

Dennoch sollten die Menschen die Regeln ihrer Muttersprache nicht ohne Not missachten. Denn mit einer Verkürzung grammatischer Grundregeln geht häufig auch die Eindeutigkeit und Logik der Sprache verloren.

„Allein Erziehende“ sind eben etwas Anderes als „Alleinerziehende“. Wer „mit Hilfe“ groß „Mithilfe“ schreibt, wenn er mit Hilfe dieses Ausdrucks etwas beschreiben möchte, dann leistet er eindeutig Mithilfe bei der Zerstörung der Logik seiner Aussage.

Außerordentlich betrüblich ist, wenn angebliche „Sprachwissenschaftler“ oder vorgebliche „Germanisten“ solchen zerstörerischen Entwicklungen Vorschub leisten. Damit beweisen sie ihre eigene Inkompetenz auf dem Gebiet der Logik und gleichzeitig ihr mangelndes Verständnis für Sprache.

Interessant ist die Beobachtung bilingual aufgewachsener Menschen, dass sie beim Nachdenken über ein Problem möglicherweise in der einen Sprache zu einem anderen Ergebnis kommen als in der anderen. Das zeugt vom großen Einfluss der Sprache auf das Denken.

Deutsch ist eine recht komplizierte Sprache. Vielleicht sind die Deutschen gerade deswegen „das Volk der Dichter und Denker“ geworden. Vielleicht haben Deutsche aber auch gerade deswegen den schlimmsten Massenmord in der Geschichte der Menschheit minuziös vorbereitet und durchgeführt.

Sprache beeinflusst das Denken; aber sie transportiert es auch. Denken und Sprache sind siamesische Zwillinge, die man nur durch eine gefährliche Operation voneinander trennen kann. Vielleicht kann der eine Zwilling ohne den anderen noch irgenwie überleben; aber sicherlich würden beide bei einer Trennung erhebliche Verletzungen davontragen.

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2 Kommentare zu “Na logisch: Schlamperei beim Sprechen zeugt von unscharfem Denken

  1. Ich bin, was die Sprache betrifft ziemlich schlampig. Drei Gründe dafür:
    1. Es gibt so wenig Menschen, die es wert sind, korrekt angesprochen zu werden. Die meisten interessiert es sowieso nicht, was man zu sagen hat. Die Mühe lohnt
    nicht.
    2. Ich bemerke, wie fantastisch Gedanken sein können, die nicht ausgesprochen werden.
    Die Sprache hat in diesem Sinn mit Fotografie zu tun – man behält die Magie der Orte, die man besucht, ohne sie zu fotografieren – tut man das ist die Magie dieser Orte weg, was bleibt ist ihre Form. Die Gedanken sind Orte – magische oder formale.
    3. Ordentliche Sprache geht selten mit perfektem Denken einher, frei nach dem Motto – der am leisesten spricht hat die lautesten Gedanken.

    Die Ordnung, wie die Unordnung haben ihren Sinn, für den einen ist die Ordnung eine Voraussetzung, für den anderen das Chaos.
    Aber was soll ich überhaupt, ich habe Deine Sprache mit 23 gelernt, ich soll gar nicht mitreden.
    Gruß

  2. Hallo,
    Denken soll durchaus kreativ und ungehemmt sein. Auch Unordnung und Chaos haben ihren Platz darin wie im gesamten Leben.
    Sprache indes ist der akustische oder visuelle Verkehr zwischen Menschen. Wer im Verkehr nicht auf die Regeln achtet, dem drohen Unfälle mit möglicherweise bösen Folgen.
    Gleiches gilt auch für die Sprache. Wer mit ihr nachlässig umgeht, wird vielleicht missverstanden und dementsprechend behandelt.
    Logik ist Voraussetzung für ein sinnvolles Leben. Dabei gibt es ebenso mehrere denkbbare logische Schlüsse wie unterschiedliche Dialekte oder Sprachen.
    fjh und

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