Im Eifer der journalistischen Eile: Tötungsdelikt unter missglückten Titeln

„Mutter von drei Kleinkindern getötet“, schrieb die Oberhessische Presse (OP) am Dienstag (2. Juli). Den selben Fall betitelten die „Marburger Nachrichten“ bereits am Montag (1. Juli) noch merkwürdiger unter der Überschrift „Frau mit Messer abgestochen“.

Der OP könnte man die Frage stellen, ob die Kinder ihre Mutter getötet haben. Von den „Marburger Nachrichten“ möchte man gerne erfahren, warum sie die Assoziation wecken, die Getötete sei eine Sau gewesen.

Sicherlich haben die Journalisten das bei der Formulierung ihrer Überschriften nicht bedacht. Peinlich ist indes, dass gerade ein so grausiges Ereignis unter derart missglückten Titeln verbreitet wird.

Allerdings gibt es genau dafür einen leicht nachvollziehbaren Grund: Ein Tötungsdelikt ist in einer friedvollen Stadt wie Marburg etwas ganz Außergewöhnliches. Die Nachricht darüber soll möglichst schnell hinausgehen an die Leserschaft.

Gerade in der so entstandenen Hektik geschehen Fehler. Missdeutbare Formulierungen und schon gar Überschriften unterlaufen auch erfahrenen Journalisten. Im Eifer des eiligen Tagesgeschäfts kann das kaum ein Redakteur wirklich verhindern.

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