Journalismus in Konflikten: Berichterstatter als Kriegstreiber

Das Vertrauen der Bundesbürger in die Medien hat gelitten. Viele betrachten die Berichterstattung als parteiisch und die Journalisten als korrupt. Oft transportieren Medien auch ungeprüft Positionen, die durchaus problematisch sind.

Ein Beispiel für unsaubere Arbeit von Journalisten sind die wiederholten Berichte von Kampfhandlungen und Elend in Konfliktregionen wie Libyen oder Syrien. Oft folgte unmittelbar im Anschluss an erschütternde Berichte die rhetorische Frage, wie lange „wir“ da noch untätig zuschauen wollten.

Sicherlich mag jemand diese Frage stellen, wenn er das Elend direkt vor Ort erlebt. Die Häufung dieser Frage indes kommt einer Aufforderung zur Kriegführung gleich.

Nichtstun wird als amoralisch angeprangert, während das Eingreifen zur angeblichen Abwendung einer „humanitären Katastrophe“ als notwendig ausgegeben wird. Das Elend, das ein kriegerisches Eingreifen zwangsläufig nach sich zieht, wird indes nicht angesprochen.

Zweifelsohne beinhaltet beispielsweise die Situation in Syrien ein moralisches Dilemma: Nicht einzugreifen ist genauso mörderisch wie die Parteinahme durch Waffenlieferungen an eine der Bürgerkriegsparteien. Das aber wird von vielen Journalisten leicht zugunsten der Parteinahme ausgeblendet.

Eine mögliche Verhandlungslösung wird durch ein solches Vorgehen erschwert. Wenn Konfliktparteien auf eine Parteinahme der Presse hoffen, zeigen sie sich vielleicht weniger verhandlungsbereit.

Am Beispiel des Irak-Kriegs kann man sehen, wie Regierungen durch gezielte Desinformation einen Krieg anzetteln. Informationen wurden so getürkt, dass der Kriegsgrund unabweisbar schien.

Journalismus darf sich nicht zum Handlanger derartiger Kriegstreiberei machen. Allzu eindringliche Fragen nach einem Eingreifen in einen Konflikt überschreiten die Grenzen seriöser Berichterstattung.

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3 Kommentare zu “Journalismus in Konflikten: Berichterstatter als Kriegstreiber

  1. …oder etwas deutlicher: immer mehr Leute kommen den Massenmedien auf die Schliche, schmeissen ihre Glotzen auf den Muell, moechten keine geschenkten Zeitungen und erkennen zunehmend die Hintergedanken der sogenannten Qualitaetsmedien bzw. deren Auftraggeber. Damit haengt wohl auch die vorbeugende Zwangsrundfunkabgabe zusammen.
    Dass es sich bei den berichterstatterischen Mangelerscheinungen nicht etwa um juengere Ausnahmeausrutscher handelt kann man auf ich weiss nicht wie vielen Blogs hundertefach, wenn nicht gar tausendefach, nachlesen – YouTube und andere Streamer nicht zu vergessen. Es vergeht kaum ein Tag ohne dass nicht eine Medienluege oder „unbedachtes“ Weglassen/Vertauschen etc. veroeffentlicht wird, wenn man sie nicht zufaelligerweise selbst bemerkt.
    Gerne wird auch mal das Kommentieren auf den einschlaegigen Qualitaetsmedien-Webseiten deaktiviert, sollten sich gar zu viele kritische Stimmen zu deutlich gegen einen Artikel richten.
    Hier mal ein juengerer Vortrag, der sich schwerpunktmaessig mit unseren Qualitaetsmedien befasst mit mehreren Beispielen – der dauert allerdings 1 Stunde 45 und ist scheinbar schon gekuerzt, ginge also eigentlich noch ein paar Minuten laenger:
    Videotitel: Michael Vogt beim Kampf um die Wahrheit

    Hier habe ich noch einen, den ich aber selbst noch nicht gehoert habe. Ich nehme an, dass das ein aehnliches Video ist.
    Videotitel: Die Medien manipulieren und täuschen uns – Michael Vogt am Top Info Forum – 31.03.2012
    Dauer: 1 Stunde 7

    Und noch etwas gefunden, aber nur teilweise gehoert, weil hier wieder Unruhe ist.
    KenFM ist meistens sehr gut – sollte man vielleicht als erstes hoeren – ist auch am kuerzesten von den dreien hier.
    Videotitel: KenFM: Geist ist geil
    Dauer: ca. 50 Minuten glaube ich

  2. Das letzte Video ist das falsche – irgendwie kommt das in letzter Zeit nicht nur bei mir oefter vor, habe ich den Eindruck.
    Ich weiss nicht ob der Link selbst oder die Zuordnung zum Video falsch ist.
    Also, neuer Versuch – diesmal kopiere ich es selbst nochmal in meine Adressleiste.
    KenFM – Geist ist geil

    Also, es ist *bei mir* *zur Zeit* das richtige Video.

  3. Hallo Franz-Josef,
    irgend etwas scheint bei meiner Verlinkung im ersten Kommentar schief gegangen zu sein.
    Am besten ist es vielleicht, wenn Du bitte die Video-Links loeschst. Videotitel und -dauer stehen ja noch da und man kann es sich dann leicht selbst in YT suchen.
    Danke.
    Das KenFM-Video im zweiten Kommentar stimmt aber, habe ich mittlerweile auch vollstaendig gehoert und ist sehr gut.
    Thorn

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