Der Kunde ist Depp: Wie Amazon und DHL Beschwerden abwiegeln

Der Kunde ist König. Das jedenfalls behaupten viele Unternehmen vollmundig. Wenn es bei Amazon oder der DHL allerdings zu Beschwerden kommt, dann lassen diese Firmen ihre Kunden dastehen wie die letzten Deppen.

Am Samstag (20. Juli) hatte ich beim Online-Händler Amazon eine Bestellung aufgeben. Das Bestellen bei dieser Firma werde ich nach der Erfahrung mit dieser Bestellung nun aber endgültig aufgeben.

Versprochen hatte Amazon die Lieferung für Dienstag (22. Juli). Da es sich um ein Geburtstagsgeschenk handelt, führte ich die Bestellung nach Bekanntgabe dieses Liefertermins aus. Bis Donnerstag (25. Juli) würde die bestellte Ware sicherlich angekommen und für die Weitergabe vorbereitet sein. Für diesen Tag machte ich mit der Empfangsperson einen Termin aus.

Als die Lieferung am Dienstag (23. Juli) bis zum Abend noch nicht angekommen war, ließ ich den Status der Sendung überprüfen. Nach den Angaben bei Amazon sei das Paket zu spät in Marburg angekommen und deshalb am Dienstag nicht mehr zugestellt worden.

Als es auch am Mittwoch (24. Juli) noch nicht angekommen war, regte ich eine erneute Überprüfung an. Demnach sei der Zusteller zwischenzeitlich an meiner Haustür gewesen, habe mich nicht angetroffen und mir eine Benachrichtigungskarte in den Briefkasten gesteckt.

Was nicht im Briefkasten war, war die behauptete Karte. Ebensowenig war das Paket da.

Allerdings häuften sich im Flur und draußen vor der Haustür in den vorangegangenen Tagen bereits Pakete für andere Hausbewohner. Offenbar machte sich der Zusteller der Firma DHL nicht die Mühe, Sendungen korrekt abzuliefern.

Ein Paket für mich hatte DHL einige Monate zuvor beim Kindergarten einige Häuser weiter abgegeben. Eine weitere Sendung ist vollkommen verschollen.

Während der Tage an denen die Zustellung hätte erfolgen können, war ich rund um die Uhr im Haus. Während der angeblichen Zustellfrist am Mittwochmorgen waren drei und zeitweilig sogar vier Personen anwesend, die alle bezeugen können, dass niemand geschellt hat.

Auch der Nachbarin wurde für die vor der Haustür im Regen abgestellten Pakete keine Karte in den Briefkasten gesteckt. Behauptungen, das sei geschehen, sind also schlichtweg erlogen.

Als ich mich bei Amazon beschwerte, meinte die Dame an der Hotline, sie sei dafür nicht zuständig. Ich bat sie, sich ihrerseits bei der DHL zu beschweren. Da ich die Bestellung nur im Vertrauen auf eine Lieferung bis spätestens Mittwochmittag aufgegeben hatte, würde ich den Auftrag anderenfalls wegen Nichterfüllung stornieren.

Sie meinte, ich könne das Paket ja mit der eingeworfenen Karte beim Postamt abholen. Ich erklärte ihr, dass keine Karte eingeworfen worden war und ich deshalb nicht wisse, wie ich mich bei der Abholung der Sendung legitimieren müsse. Zudem bin ich mehrfachbehindert und nicht bereit, die Schlamperei eines Zustellers durch einen mühseligen Gang zum Postamt wettzumachen.

Ich bat sie, eine umgehende Zustellung der Sendung noch am Mittwoch zu veranlassen. Das sei nicht möglich, erklärte die Frau von Amazon. Auf meine Bitte, mich mit DHL zu verbinden, landete ich in einer Endlos-Schleife, die diesen Namen auch buchstäblich verdient.

Daraufhin rief ich bei der angegebenen Nummer der DHL für Marburg an. Dort erklärte mir jemand, diese Nummer sei nur für Großversender. Dann nannte er mir eine andere Telefonnummer.

Dort lief ein Band, das mich wiederum an eine dritte Telefonnumer verwies. Dort hing ich mindestens zehn Minuten in einer Warteschleife, bis sich doch tatsächlich eine Stimme meldete.

Die Dame von der DHL erklärte mir, ich könne das Paket auch ohne Benachrichtigungskarte beim Postamt abholen. Dazu müsse ich aber persönlich dorthin gehen und mich mit meinem Personalausweis legitimieren. Möglich sei aber auch eine erneute Zustellung an meine Hausanschrift. Sie könne allerdings erst am Freitag (26. Juli) erfolgen.

Als ich erklärte, ich sei nicht bereit, die Fehler des schlampigen Zustellers auszubaden, stellte sich die Telefonistin auf stur. Entweder ginge ich zum Postamt oder ich müsse bist Freitag warten.

Angesichts der „Qualität“ der vorangegangenen „Zustellungen“ und des Zeitdrucks begab ich mich am Mittwochnachmittag trotz meiner Behinderung zum Postamt an der Bahnhofstraße. Dort überreichte mir eine freundliche Bedienstete das Paket.

Auf meine Beschwerde meinte sie, jeder Zusteller habe auch mal „einen Hänger“. Der Zusteller der DHL für das Leckergäßchen scheint nach aller Erfahrung aber nur an Feiertagen ausnahmsweise mal keinen Aussetzer zu haben.

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