Zum 150. Geburtstag von Henry Ford: Autos für alle – auch für die Nazis

Weithin gilt er als Erfinder der industriellen Fließbandfertigung von Autos. Weniger bekannt ist in der breiten Bevölkerung die Bewunderung Adolf Hitlers für Henry Ford. Noch bis in die 40er Jahre hinein stattete der US-amerikanische Industrielle die Nazi-Wehrmacht mit kriegswichtigen Lastwagen und Kettenfahrzeugen aus.

Meine Assoziationen mit dem Namen Ford konzentrieren sich indes eher auf Autos der späten 50er, der 60er und 70er Jahre bis hinein in die 80er. Typen wie der „Buckel“-Taunus, der 15m, der 12m, der 17m und der 20m sowie der Fiesta sind in meinem Gedächtnis ebenso haften geblieben wie die Kleinbusse FK1000 und Transit.

Den „Buckel“ mit dem charakteristischen Rundrücken habe ich als Kind gelegentlich auf den Straßen des Rheinlands gesehen. In Köln betrieb Ford eine große Automobilfabrik, die diese Stadt bis ins 21. Jahrhundert hinein mitgeprägt hat.

Die Abkürzung „FK“ beim runden Kleinbus FK1000 stand dann auch für „Ford Köln“. Der Wagen war rundlich und dem damaligen VW Bus nicht unähnlich. Ebenso wie den VW „Bully“ gab es auch den FK1000 wahlweise mit Oberlichtfenstern.

Dieser Transporter wurde Ende der 60er Jahre durch den Transit abgelöst. Dieser Kleinbus war eine Entwicklung zumindest für den gesamten europäischen Markt.

Mit dem Transit der Grünen Hessen bin ich Anfang der 80er Jahre häufig zu Demonstrationen gefahren. Beispielsweise diente er bei der Übergabe von 140.000 Unterschriften gegen die Startbahn West des Frankfurter Flughafens als Lautsprecherwagen.

1984 war ich mit dem Grünen-Transit bei einer internationalen Friedenskonferenz im italienischen Perugia. Zahlreiche Erinnerungen verbinde ich mit dem Fahrzeug und besonders dieser Reise.

Bei Fahrten durch die engen Gassen Perugias musste unser Fahrer Harald Müller mehrmals den Außenspiegel einklappen. Durch das gut 3.000 Jahre alte etruskische Tor sind wir mit dem Transit hindurchgefahren.

Bei der Grenzkontrolle staunten die Zöllner nicht schlecht: In dem Kleinbus saßen neben vier Deutschen ein US-Amerikaner, ein Iraner und eine Japanerin. Auch die Zulassung des Fahrzeugs auf den Landesverband der Partei „Die Grünen“ erregte Aufsehen.

Im Ford Fiesta einer Freundin bin ich später zu zahlreichen Veranstaltungen gefahren. Im Gegensatz zu den Vorgängermodellen ließ bei diesr Baureihe die Verarbeitungsqualität aber bereits merklich nach.

All diese Erinnerungen haben mit dem Firmengründer Henry Ford wenig zu tun. Der einstige Mitarbeiter von Thomas Alva Edison wurde am 30. Juli 1863 geboren. Das von ihm entwickelte Modell „T“ – auch „Tin-Lizzy“ genannt – war lange Zeit das meistverkaufte Auto der Welt.

Über Fords Bedeutung für Hitler und den Faschismus bin ich erst bei dem Vortrag „Freie Fahrt für freie Bürger – der Straßenverkehr und seine Verstrickung in den Faschismus“ von Hans-Heinz Althaus beim Politischen Salon am Freitag (21. März) so richtig gestolpert. Die hohe Bedeutung der Technik und vor allem des Automobils für den 2. Weltkrieg könnte man vielleicht mit derjenigen des Internets und der Elektronischen Datenverarbeitung für den derzeitigen Cyber-War der Vereinigten Staaten von Amerika (USA) gegen die restliche Welt vergleichen.

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