Vielleichte Sprache: Im Wahlkampf ist alles nur Schall und Rauch

Sprache kann verhüllen und vernebeln oder klarstellen. Pointiert kann sie Sacherhalte zuspitzen oder sie hinter weitschweifigen Formulierungen verstecken. Sprache kann ablenken oder zum Kern einer Sache hinführen.

Vor allem im Wahlkampf herrscht die „Vielleichte Sprache“ vor. Eine Meisterin in dieser Kunst des vagen Drumherumredens ist Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Das genaue Gegenteil davon beherrscht ihr SPD-Herausforderer Peer Steinbrück. Seine Ausdrucksweise könnte man vielleicht „Beschwere-Sprache“ nennen.

Mit der „Kavallerie“ reitet Steinbrück verbal in der Schweiz ein, um dort Steuerhinterzieher zur Rechenschaft zu ziehen. Mit der Zuspitzung zu drastischen Bildern hat er die Lacher oft auf seiner Seite.

Was allerdings bei ihm herauskommt, das untrscheidet sich nur geringfügig von den Aussagen der Kanzlerin. Denn seine fast kabarettistischen Formulierungen lenken die Aufmerksamkeit der Zuhörenden oft mehr auf die Worte als auf die Aussage.

Beiden ist also gemeinsam, dass sie Vieles letztlich im Unklaren lassen. Der Unterschied zwischen Merkel und Steinbrück ist nur, dass er seine verwaschene Politik wesentlich kurzweiliger präsentiert als sie.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s