Freude, schöner Götter Funken: Mariechen, danz!

„Mariechen, danz!“ Mit diesem „Befehl“ schickt der Kommandeur der Blauen Funken seine „Regimentstochter“ auf die Bühne. Dann beginnt eine atemberaubende Vorführung waghalsiger Kunststückchen.
Der Tanzoffizier wirft seine Partnerin in die Luft und fängt sie sicher wieder auf. Auf einer Hand lässt er sie über den Köpfen der Menge schweben. Um ihr Gleichgewicht zu halten, rudert die junge Frau dabei mit den Armen und Beinen.
Das Tanzmariechen ist „enn lecker Määdsche“. Meist zeigen die jungen Tänzerinnen neben sportlichem Können auch viel Bein und Haut.
Nach der Vorführung kriegt der „Präsideures“ vom Mariechen „enn Bützje“. Allerdings küssen die Karnevalisten nur auf die Wange und nicht auf den Mund.
Dann tanzen die Gardisten ihren Gardetanz. Ganz gemütlich kommt das Kommando: „Sed esu jood un doot dat!“
Gemächlich geht es zu und friedlich. „Hollt der Zabel erus“, bittet der Kommandant und fügt gleich beruhigend hinzu: „Äwwer janz vorsichtich, damit nur ja nüß passiert!“
Beim Gardetanz wackeln die Gardisten mit dem Hintern. Die Kölner nennen das „Stippeföttsche“.
Die Garden in ihren bunten Uniformen sind traditionell eine Persiflage auf das Militär. Mal waren es die französischen Besatzungstruppen unter Napoleon Bonaparte, mal die Preußen, denen der Spott der Kölner Karnevalisten galt. Mit ihren altertümlichen Uniformen und Mützen verulken die Garden die Besatzungsarmeen von einst ebenso wie den Militarismus von heute.
Beim „Funken-Biwak“ auf dem Heumarkt empfangen die Blauen Funken am Karnevalssamstag die anderen großen Traditionsgarden Kölns. Auf den Platz marschieren die „Roten Funken“ ebenso ein wie „Die Altstädter und – zusammen mit dem Kölner Dreigestirn – die Ehrengarde und die Prinzengarde.
Das „Dreijestirn“ besteht aus dem Prinzen, dem Bauern und der Jungfrau. In Köln sind alle drei „staatse“ Männer.
Die Stimmung steigt. Freudig betrachten die Zuschauer die Garden und die Tanzmariechen oder singen zwischendurch zur Musik der „Spillmannszöch“ Karnevalslieder. Das Kölsch fließt in Strömen. Blau sind am Ende nicht nur die Funken. —
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