De Zoch kütt: Schol- un Veedelszöch hinter Gittern

„De Zoch kütt!“ Es ist schon 13 Uhr, als dieser Ruf laut ertönt. Hinter den Absperrgittern jubeln die Jecken.

Seit gut zwei Stunden warten wir schon auf dem „Alder Markt“. Es ist Karnevalssonntag. An diesem Tag ziehen die „Schol- un Veedelszöch“ durch Köln.

Der Name trügt: Tatsächlich ist es nur ein Umzug, der sich durch die Innenstadt bewegt. Allerdings besteht er aus zwei Teilen, die einerseits die Schulen der Domstadt und andererseits die Karnevalsvereine der Kölner Stadtteile dem Publikum präsentieren.

Zunächst kommen die Schulen. Jede hat ihr eigenes Thema, das sie oft sehr phantasievoll umgesetzt hat. Originelle Kostüme prägen das Bild.

Nach gut 30 Schulen folgen die Vereine aus den verschiedenen Stadtteilen. Auch sie präsentieren sich meist sehr originell. Hier gibt es mehr Motivwagen als bei den Schulen, die überwiegend als Fußgruppe daherkommen.

Zwischendurch kommen immer wieder Musikgruppen und intonieren bekannte Kölner Karnevalslieder. Meist singen die Zuschauer hinter den Absperrgittern sofort mit.

„Kamelle“ tönt es laut. Dann fliegen die süßen Wurfgeschosse und prasseln auf das Publikum nieder.

Seit 2000 besuche ich regelmäßig die „Schol- un Veedelszöch“ in Köln. 2014 fehle ich erst zum zweiten Mal.

Ute wird mich vermissen. Sie und ihren Mann haben Erdmuthe Sturz und ich vor vielleicht zehn Jahren am Zug kennengelernt.

Er kommt jedzt nicht mehr, weil er ziemlich krank ist; aber Ute lässt sich den Besuch des Zugs nicht nehmen. Hinter dem Gitter hält sie Ausschau nach mir und meiner Narrenkappe.

Wir stehen immer auf dem „Alder Markt“ schräg gegenüber von den beiden großen Tribünen. Dort sitzen der Kölner Oberbürgermeister und andere Honoratioren und sehen sich den Zug an.

Viele Gruppen halten vor den Tribünen an und präsentieren dem OB ein besonderes Programm. Funkenmariechen tanzen und Schulkinder führen kleine Kunststückchen vor.

Um einen Platz in der ersten Reihe zu ergattern, muss man schon früh da sein. Ute hält uns immer ein Plätzchen gleich hinter dem Gitter frei.

Wir suchen uns eine Stelle, wo zwei Absperrgitter aneinanderstoßen. Einerseits kann man dann schnell mal dazwischen hindurchgehen und Kamellen oder „Schokläädsche“ vom Zugweg aufsammeln; andererseits erheben wir für andere Passanten unsere „musikalische Maut“.

Wer vorbeiwill, muss singen. Wir singen dann auch mit.

Ob jemand „Hänschen klein“ singt oder „Mir losse der Dom in Kölle“, is „Janz ejal“. Hauptsache ist die Stimmung, die der – mitunter unbeholfene oder schräge – Gesang bringt. Wenn jemand gar nicht singen will, lassen wir ihn natürlich auch ohne den Liedzoll durch.

Gut 100.000 Leute besuchen jedes Jahr die „Schol- un Veedelszöch“. Beim Rosenmontag in Köln kommen mehr als zehnmal so viele Besucher.

Während dann größtenteils Touristen an der Zugstrecke stehen, sind die Besucher einen Tag vorher überwiegend Einheimische aus der rheinischen Region. Deswegen ist der Besuch der „Schol- un Veedelszöch“ auch viel entspannter als der des Rosenmontagszugs.

Schnell ist man mit den Umstehenden im Gespräch. Man bekommt auch mal ein „Bützje“ oder etwas zu Trinken.

Wenn alle Gruppen und der Prinzenwagen vorbeigezogen sind, setzt schon die Dämmerung ein. Gegen 17.20 oder 17.30 Uhr rollen die Kehrmaschinen an. Sie bürsten die Zugstrecke frei für den kommenden Tag. Dann nimmt der Rosenmontagszug den gleichen Weg.

Vorher aber nimmt der Straßenkarneval seinen Lauf. In keiner Kölner Kneipe hherrscht dann Ruhe. Die Lieder der „Bläck Fööß“ oder von Brings motivieren die meisten Kneipengäste dann zum Mitsingen.


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2 Kommentare zu “De Zoch kütt: Schol- un Veedelszöch hinter Gittern

  1. OT:
    Verschwörung der Medien aufgedeckt: Ukraine/Kiew: Terroristische Aktionen friedlicher Demonstranten
    Dauer: 12 Minuten 40

  2. Pingback: Karneval in Kölle: Wat maache mir mit dem Pääd beim Rosenmontagszug? | Franz-Josef Hanke

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