Karneval in Kölle: Wat maache mir mit dem Pääd beim Rosenmontagszug?

„Wat maache mir mit dem Pääd?“ Als ich dieses wohl 100 Jahre alte Karnevalslied laut anstimmte, schaute der Reiter ziemlich säuerlich. Die Umstehenden hingegen lachten und johlten, als ich fortfuhr: „Sauerbraten nach Husaren-Art“.

Trotz allerleid Diskussionen über die Belastungen durch Lärm und Menschenmassen gehören berittene Gruppen in Köln immer noch zum Rosenmontagszug wie die Musik und die Kamellen. Ganz vornean im Zug kommen berittene Polizisten, deren Erscheinen in weiter Ferne bereits den begeisterten Ruf auslöst „De Zoch kütt“.

Mehr als eine Million Menschen knubbelt sich jedes Jahr am Rosenmontag in Köln. Am Zug stehen mehr Zuschauer, als Köln Einwohner hat.

Viermal war auch ich dabei. Dreimal habe ich den Kölner Rosenmontagszug mit Erdmuthe Sturz angeschaut, einmal mit meinem Kumpel Matthias.

Die letzten beiden Male standen wir in der ersten Reihe. Die ersten Male hingegen waren wir froh, in der dritten oder vierten Reihe eingequetscht zu sein.

Eine Gruppe von „Piraten“ mit Augenklappe stand das eine Jahr vor uns. Sie hatten ihr eigenes Fässchen dabei und spendierten uns das eine oder andere Kölsch. Den Kindern reichten sie die Kamellen weiter und den Frauen die „Strüßje“.

Das Wurfmaterial ist am Rosenmontag in Köln nobler als bei den Schol-
un Veedelszöch
einen Tag zuvor. Da fliegen öfter mal Pralinenschachteln oder große Tafeln Schokolade durch die Luft. Beim Umzug am Sonntag sind das eher „Schokläädsche“.

„Kamelle“ rufen nicht nur die Kinder. „Kamele“ rufe ich und dann „Elefanten“.

Spaß muss sein. Karneval in Köln ist Lebensfreude pur.

Aus ganz Deutschland reisen die Besucher an. Mitten in der Nacht ist eine Gruppe mit dem Reisebus in Nürnberg losgefahren, um in Köln am Rosenmontag dabeizusein. Um 18 Uhr geht es wieder zurück in die Stadt der Lebkuchen und von Albrecht Dürer.

Kölns Kneipen sind voll und die Besucher auch. Aber nur sehr wenige sind aggressiv. Beim Karneval in Köln herrscht eine fröhliche und friedliche Atmosphäre.

Überall ertönt Musik. Das reicht von Liedern der „Bläck Fööß“ über die „Höhner“ und Brings bis hin zu Heino. Den haben Erdmuthe und ich dann auch unter den Jecken angetroffen.


Diese E-Mail ist frei von Viren und Malware, denn der avast! Antivirus Schutz ist aktiv. http://www.avast.com

Advertisements

3 Kommentare zu “Karneval in Kölle: Wat maache mir mit dem Pääd beim Rosenmontagszug?

  1. Lieber Franz-Josef Hanke,

    ich musste heute so intensiv an Erdmuthe denken, dass ich nach langer Zeit wieder ihre Gedenkseite im Internet aufgerufen habe. Ihr Tod hatte mich 2010 sehr betroffen gemacht. Es hatte mich auch sehr berührt, als ich las, dass sie den Kölner Karneval so intensiv erlebt hat, daher verbinde ich seitdem Kölner Fasching immer mit ihr. Und nun hier auf dieser Seite dieses schöne Foto von Euch im Faschingskostüm! Da musste ich mich heute einmal melden. Ich freue mich darüber, wie Du die Erinnerung an sie so liebevoll wach hälst.
    Ich kannte Erdmuthe von meiner aktiven Zeit in der BUND-Gruppe her. In wesentlichen Fragen waren wir damals immer einer Meinung.
    Leider haben wir uns später nur selten gesehen, was ich heute sehr bedaure.

    Ich habe am Samstagabend den ersten Teil der „Langen Stunksitzungsnacht“ auf WDR gesehen und somit auch die köstliche Darbietung mit den Pääds gesehen.
    Noch ein Grund für meine Rückmeldung

    Viele Grüße

    Ingeborg Huber

  2. Pingback: Aschermittwoch mit Franz-Josef: Vom Fils in Vilshofen zur gähnenden Grusel-Rhetorik | Franz-Josef Hanke

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s