Friedensschluss am 8. Mai: Kommt nun ein neuer Krieg?

Am 8. Mai 1945 endete der Zweite Weltkrieg. Inzwischen ist der Frieden ins Rentenalter gekommen. Nun aber setzt ein neuer Krieg seine blutbefleckten Stiefel auf Europäischen Boden und bedroht die Ukraine und den Weltfrieden.
Wie auf einer schiefen Ebene rutscht Europa in diesen Konflikt hinein. Manche Parallelen zum Beginn des Ersten Weltkriegs sind auszumachen: Keiner will den Krieg, doch keiner kann ihn so einfach verhindern.
Mehr und mehr entgleitet den Beteiligten das Heft des Handelns. Das Spiel mit dem Feuer droht zum Inferno zu werden.
Propaganda und Lügen kennzeichnen den Krieg. Das gilt allgemein für jeden Krieg und für alle Beteiligten. Feststellen kann man das auch bereits in der Berichterstattung über die Ukraine und die Krim.
In Russland wird die Übergangsregierung der Ukraine pauschal als „Faschisten“ beschimpft. Sie wiederum bekämpft die Autonomisten als „Terroristen“.
Während in der Ostukraine und auf der Krim wahrscheinlich russische Militärs oder Geheimdienstleute öffentliche Gebäude besetzt haben, wurden die Demonstrierenden auf dem Maidan offenkundig von europäischen und US-amerikanischen Politikern sowie möglicherweise auch den dazugehörigen Geheimdiensten unterstützt. Beide Seiten vertuschen ihr aggressives Vorgehen mit einer Überhöhung seiner Ziele als Schutz demokratischer Rechte der Bevölkerung. Die Propagandamaschine hat auf beiden Seiten auch die Medien vereinnahmt und den Bürgern Sand in die Augen gestreut.
Propaganda ist die allgegenwärtige Begleitmusik des Kriegs. Das erste Opfer jedes Kriegs ist immer die Wahrheit.
Dreiste Propaganda hat vor allem den Zweiten Weltkrieg begleitet. Größenwahnsinnige Generäle ermunterten damals einen noch wahnsinnigeren „Führer“ zu millionenfachem Mord.
Die Deutschen seien „ein Volk ohne Raum“, lautete damals die Rechtfertigung für die kriegerische Expansion der Nationalsozialisten. Wahrscheinlich werden mich manche steinigen, wenn mir dazu der Begriff „EU-Osterweiterung“ einfällt. Statt des „deutschen Volks“ drängt nun die Wirtschaft nach mehr Raum.
Einen Beleg für diese Assoziation liefern die verschiedenen „Freihandelsabkommen“ mit so vielsagenden Namen wie „CETA“, „TTIP“ und „TITA“. Sie alle dienen allein dem Ziel, internationalen Konzernen zu größeren Absatzmärkten unter einheitlichen Bedingungen zu verhelfen.
Das Wort „Freihandelsabkommen“ suggeriert dabei eine Freiheit, die den Bürgern und ihren demokratischen Rechten entzogen wird zugunsten des Handels. Abgekommen sind die Befürworter derartiger Abkommen schon vom demokratischen Grundsatz der Transparenz, indem sie die Regelungen geheim aushandeln und an den Parlamenten vorbei unterschriftsreif festlegen.
Auch diese Abkommen sind eine moderne Form von Krieg. Es ist der Krieg der Konzerne gegeneinander oder miteinander für gigantische Absatzmärkte. Es ist ein Krieg gegen Verbraucherrechte und Demokratie.
Ein weiterer Krieg tobt in Form der flächendeckenden Überwachung aller Bürger. Die Abkürzungen NSA und GCHQ stehen dabei für die Ausforschung durch fremde Mächte. Aber auch Verfassungsschutz und BND führen Krieg gegen mündige Bürger und ihre demokratischen Rechte.
Während der 69 Jahre Frieden herrschte in Europa also bereits Krieg in anderer Form. Zusätzlich gab es Krieg im Kosowo und auf dem Balkan.
Dennoch wäre es mörderisch, wenn der wieder aufgeflammte „Kalte Krieg“ zu einem heißen Krieg würde. Wurde der Zweite Weltkrieg auch nur mit einem Waffenstillstand beendet, so konnten die meisten Menschen in Europa doch seit seinem Ende wenigstens einigermaßen in Frieden leben.
Zum 40. Jahrestag des Kriegsendes hat der damalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker eine wahrhaft historische Rede gehalten. Zum 60. Jahrestag wird Bundespräsident Joachim Gauck wohl auch eine solche Rede halten wollen. Wir alle hoffen inbrünstig, dass am 8. Mai 2015 Frieden herrschen wird.

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Ein Kommentar zu “Friedensschluss am 8. Mai: Kommt nun ein neuer Krieg?

  1. Ich erinnere mich gut an die Rede, die Richard von Weizsäcker zum 40., nicht 50., Jahrestag des Kriegsendes hielt, am 8. Mai 1985. Er machte aus der Niederlage die Befreiung. Ich hoffe, dass wir nicht wieder in einen Krieg rutschen. Man kann tatsächlich Parallelen zum 1. Weltkrieg finden, wie du gesagt hast. Danke für den Beitrag!

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