Gefährliche Gleichsetzung: Die Medien, der Antisemitismus und der Krieg

„Frieden“ ist zu einem Fremdwort geworden in diesen Tagen. Zwar scheint es friedlich zu sein in Deutschland; aber der Schein trügt. Auf deutschen Straßen erschallen Parolen, die Juden den Tod wünschen; zugleich wird Kritik an der Politik der israelischen Regierung von manchen aber gleich als „Antisemitismus“ begeißelt.
Eine Mitschuld an der aufgeheizten Stimmung hat auch die Berichterstattung in vielen Medien. Sie verkürzt Aussagen von Angela Merkel zu „Deutschland“, die Politik US-amerikanischer Geheimdienste zu „Amerika“ und das Einlenken des Hardliners Benjamin gegenüber seinen noch härteren Widersachern zu „Israel“.

Es sind nicht einzelne Personen, die Länder regieren, sondern Machtzirkel. Die Politik dieser Mächtigen wiederum darf man nicht den Völkern anlasten, für die sie sprechen.
Vladimir Putin ist nicht Russland. Wie viel Einfluss die russische Regierung auf welche separatistische Gruppe in der Ostukraine hat, ist noch eine ganz andere Frage.
Nicht alle Israeli sind Juden und schon lange nicht alle Juden Israeli. „Die Juden“ darf man deshalb nicht gleichsetzen mit „Israel“. Die Hamas darf man ebensowenig gleichsetzen mit den Palästinensern.
Dieser Gleichsetzung aber leistet die alltägliche Berichterstattung leider Vorschub. Die journalistische Verkürzung begünstigt eine noch stärkere Verkürzung bei der Bevölkerung. Die Differenzierung fällt umso schwerer, je weniger differenziert die Medien berichtet haben.
Naturgemäß neigen Journalisten zur Personalisierung. Deswegen müssen sie aber nicht gleich „Deutschland“ schreiben, wenn die Bundeskanzlerin etwas gesagt hat.
Berichterstatter müssen auch nicht alles unhinterfragt weitertragen, was ihnen vorgekaut wird. In einem Krieg gibt es meist nicht nur eine Wahrheit. Ohnehin lautet die alte Erkennntnis der Journalisten doch: „Das erste Opfer jedes Krieges ist die Wahrheit.“
Vielleicht sollten Berichterstatter auch in einem militärischen Konflikt versuchen, die Position beider Parteien darzustellen. Schließlich gilt doch auch sonst die Grundforderung: „Audeatur et altera Pars“, wonach immer beide Seiten gehört werden sollen.
Vor allem aber sollten Journalisten aufhören, die Politiker mit den Namen derjenigen Länder gleichzusetzen, die sie unterdrücken oder bestenfalls einigermaßen gut regieren. Die Menschen werden es ihnen danken.

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3 Kommentare zu “Gefährliche Gleichsetzung: Die Medien, der Antisemitismus und der Krieg

  1. Evtl. OT (kann mich nicht mehr genau an den Artikel erinnern, sollte aber mehr oder weniger passen):
    Entschuldigung, dass ich das Versprechen breche… aber Du kannst mich ja nun sperren wenn ich so boese bin…
    http://www.kla.tv/3792
    Fuer eine schnellere/gezieltere Navigation im Web-Browser nach dem Text „Klarheit im Vorhof der Hölle“ suchen.
    Oder auch evtl. mit Anmeldungs- und Altersfreigabezwang auf YouTube oder auf Killerbee.

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