Keine Zeit für Satire: Qualitätsjournalismus ab in die Anstalt!

[categoryJournalismus]

Soll ich nun einen journalistischen Text schreiben oder einen satirischen? Wenn die These zutrifft, dass Satiriker heute den qualitativ besten Journalismus liefern, während Journalisten nur noch Realsatire hinbekommen, dann ist in jedem Fall Satire fällig.
Diese These haben die Satiriker Max Uthoff und Claus von Wagner aufgestellt, nachdem das Hamburger Wochenblatt „Die Zeit“ sie verklagt hatte. Zuvor hatten die beiden in der ZDF-Sendung „Neues aus der Anstalt“ auf Verbindungen der „Zeit“-Journalisten Jochen Bittner und Josef Joffe zu Organisationen hingewiesen, die sich den transatlantischen Beziehungen verschrieben haben.
Das grundsätzliche Factum konnten die beiden „Qualitätsjournalisten“ nicht bestreiten. Allerdings haben sie die „Anstalt“ verklagt, weil die zwei Satiriker Bittner als „Mitglied“ statt als „Participant“ des German Marshall Funds bezeichnet hatten.
Beckmesserische Wortklauberei scheint für „Die Zeit“ also wichtiger zu sein als Fakten. Gesinnungsschreibe beispielsweise bei der Berichterstattung zur Ukraine-Krise ist angesichts der von Uthoff und von Wagner herausgearbeiteten Verbindungen der „Zeit“-Journalisten wohl naheliegend.
Darum geht es den „Qualitätsjournalisten“ indes nicht. Investigative Recherche überlassen sie offenbar den Satirikern, um mit ihrer beckmesserischen Wortklauberei der Satire das Leben schwer zu machen.
Am Ende verkommt Journalismus zur Realsatire, während Satire die eigentlichen Aufgaben des Journalismus übernimmt. In den Vereinigten Staaten von Amerika (USA) fördern inzwischen Satire-News-Shows die härtesten Fakten zutage. Sie gelten ihrem Publikum als glaubwürdig, während viele dort den Nachrichtenmedien längst nicht mehr vertrauen.
Will ich Qualitätsjournalismus betreiben, kannn ich machen, was ich will. Am Ende kommt immer Satire dabei heraus. Fraglich ist nur, ob die Satire journalistische Qualität hat oder nur eine Qual ist.

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2 Kommentare zu “Keine Zeit für Satire: Qualitätsjournalismus ab in die Anstalt!

  1. Die Realität ist für mich nur noch Satire und ich frage mich seit der Wiedervereinigung, ob ich im falschen Film bin und wie ich dahin kam.
    Ich erinnere mich an Sprüche und Bemerkungen in meiner Kindheit, wo es z. B. hieß „Vorbeugen statt Heilen“ ist in der Bundesrepublik unbekannt. Das erklärt mir heute das Wort NACH- statt VORdenken. Überall werden Tatsachen geschaffen, um dann festzustellen „Upps, …“ und wieder jede Menge Geld verbraten wurde. Natürlich nicht das der Verantwortlichen, sondern unsere Steuern. Fehlen nur noch die Steuern eintreibenden Ritter …
    Bis zur Wende verstand ich auch nicht, wie man sich über Kabarett und Satire so vor Lachen ausschütten kann. Heute ist mir klar, dass man nur noch Lachen vor lauter Weinen – leider nicht vor Glück.

  2. Das sollte man sich mal anhoeren:
    Udo Ulfkotte arbeitet zur Zeit, wenn es sich nicht geaendert hat, fuer den Kopp-Verlag, dort wo auch Eva Herrmann nach der ARD war/ist.
    Vormals war er bei der FAZ…
    Dauer 13 oder 14 Minuten… auf Englisch…

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