Zehn Jahre nach dem verheerenden Tsunami: Wo bleibt der Respekt vor der Natur?

Am 26. Dezember 2004 bin ich von meiner Schwiegermutter aus zu meinem Bruder Dieter Hanke in Bonn gefahren. Dort fand – wie an den zweiten Weihnachtstagen der vorangegangenen elf Jahre auch – das weihnachtliche Familientreffen der Hankes statt.
Den gigantischen Tsunami habe ich erst am folgenden Tag richtig mitbekommen. Das gesamte Ausmaß der riesigen Flutwelle vor zehn Jahren kam erst nach mehreren Tagen zum Vorschein.
Vor allem die Hörfunkberichte aus Thailand schockierten mich am Tag nach Weihnachten beim gemeinsamen Frühstück mit meinem Bruder. Das Wort „Tsunami“ hatte ich bis dahin noch nie gehört.
Ebenso unvorstellbar waren für uns die Bilder, die da pausenlos über den Fernsehbildschirm flimmerten. Amateurvideos zeigten haushohe Flutwellen, die den Strand mit Menschen und Häusern einfach überrollten. Wer nicht rechtzeitig weglaufen konnte, war verloren.
Gigantisch war auch das Ausmaß des Schadens. Mehr als 230.000 Menschen in 14 Ländern verloren bei der Flutkatastrophe ihr Leben. Ebenso riesig war allerdings auch die Welle der Hilfsbereitschaft, die nach der Katastrophe sofort anrollte.
Ein Seebeben hatte die Flutwelle ausgelöst. Sie kam über Touristen und Einheimische wie die Sintflut.
Sechseinhalb Jahre später rollte ein weiterer Tsunami auf eine asiatische Küste zu. Am 11. März 2011 löste er die Atomkatastrophe von Fukushima aus.
Seither habe ich noch mehr Respekt vor dem Meer als vorher schon. Gegen die großartigen Kräfte der entfesselten Natur ist der Mensch letztlich nur ein schwächlicher Wicht.
Auch wenn viele Menschen meinen, sie seien die Krone der Schöpfung und möglicherweise gar allmächtig, sind sie den gigantischen Mächten der Natur schutzlos ausgeliefert. Wann werden sie das endlich begreifen?

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2 Kommentare zu “Zehn Jahre nach dem verheerenden Tsunami: Wo bleibt der Respekt vor der Natur?

  1. Respekt vor der Natur?
    Voran eine kleine Kurzgeschichte: „Hallo, Gaja (Erde), schön, dass man sich mal wieder sieht. Wie geht’s denn so?“ fragt sie ein Planet, als sie sich im All begegnen.
    „Ach, grad nich so gut. Hab Homo Sapiens.“ antwortet Gaja.
    „Oooh, das tut mir aber leid. Aber mach Dir nichts draus, das vergeht wieder …“

    Selbst ich als Laiin stelle fest, dass er immer mehr zurück geht. Denn „Wie die Alten sungen, so zwitschern auch die Jungen“ ist heute nicht mehr. Allein die zunehmenden BRAUNEN Wiesen sind ein Zeichen. Kein Wunder, werden sie doch heute so kurz gehalten, dass im Sommer die Sonne den Boden verbrennen kann und vor dem Winter noch einmal derart malträtiert, dass der Frost den Rest erledigt, Denn nicht umsonst werden heute die Wiesen in immer kürzeren Zeitabständen mit Lärm, Getöse und Gestank schön kurz gehalten, dass man sogar den letzten Schutz sieht: Das Moos, was natürlich dann auch verbrennt oder erfriert. Während wir als Kinder nur auf bestimmten Wiesen spielen und fußballern durften. Im Gegenteil: Ist beim JOGGEN eine WiesenEcke im Weg: Macht nüscht, wird drüber getrampelt. Zeit ist Geld – auch in der Freizeit … Dümmer geht eben immer.
    Wie kann ein einzelner Mensch Respekt vor der Natur noch durchsetzen, wenn es die Politik und Großkonzerne gar nicht wollen? Siehe Autobahn in Brandenburg 2011: Die Autofahrer werden angeklagt, weil sie in einen Sandsturm auf der Heimfahrt geraten, weil man beim Bau der Autobahn generös auf Bäume und Büsche verzichtete. Denn wie entstehen so verheerende Stürme? Richtig: Durch kahle Flächen wie auf dem Meer und IN DER WÜSTE. Die Natur kann das also schon lange. Doch anstatt davon zu lernen, vernichtet man beim Bau der gigantischen Autobahnen auf so was und plant nur bis zur Kante der Autobahn – darüber hinaus ist scheinbar die Welt zu Ende und die Planer würden von der Autobahnkante kippen … . Selbst
    Nicht umsonst dachten sich auch unsere Großeltern was bei den Baumreihen, Büschen, möglichst neben einem Bächlein zwischen den Feldern. Seit der Wende sind Bäume nur noch Geld und es wird abgeholzt, wo es nur geht. Ich erinnere mich noch, wie meine Eltern ganz stolz waren, als nach dem Krieg in Dresden die Zentralheizung funktionierte und die Beleuchtung über dem Herd.
    Seit der Wende ist man wieder stolz auf SEINEN Kamin. Da sind zunächst die Kastanien mit Miniermotten befallen und müssen „weg“, dann – weil den Blätterbefall ja jeder sehen konnte – waren die Wurzeln befallen und es fielen plötzlich wieder ganze Alleen.
    Die Probleme sind alle selbstgemacht: Die Natur ist wesentlich klüger als der Mensch, sonst würde er die Bäume nicht auch an Flüssen fällen. Mindestens 100 Jahre standen hier an der Elbe Bäume und überlebten die Elbehochwasser nicht nur, sondern fischten auch noch mitgespültes Treibgut auf. Plötzlich stehen sie im Weg? Geht’s noch?
    Und weil in der Übertreibung die Anschaulichkeit liegt, könnte man zwischen die Windkanäle – Straßen und Fußwege – zwischen den Hochhäusern der Ministerien z. B. nutzen und Windkrafturbinen aufhängen. Und bläst der Wind dort mal nicht so sehr, stellt man in den Gängen der Ministerien neben die Koperer noch ein paa Hometrainer. Das spart doppelt und dreifach: Die Mitarbeiter sparen sich Geld und Zeit für’s Fitnessstudio und fällt mal der Strom aus, steht eine Armada von Radfahrern bereit, für ihre Bezüge und Diäten mal kräftig in die Pedale zu treten.
    Und das sind die Möglichkeiten im kleinen Maßstab und vor Ort umzusetzen. Nur braucht man dazu nicht nur den einzelnen Bürger, sondern wozu gibt es denn Parteien und eine Regierung, die so was regeln und regulieren muss. Aber selbst die Grünen kümmern sich heute nicht mehr um die Natur, sondern um Entvölkerung anderer Länder. Wenn man das einmal hochrechnet, was diese Konzerne in den Urwäldern anrichten und auf den Meeren.
    Ach, es gäbe noch viel mehr Beispiele, wie heutzutage die Natur geschändet wird.
    Einen erfreulichen Tag noch und: Nicht über Wiesenecken trampeln wäre ja schon mal ein Anfang – auch für die Kinder und ihre Zukunft.

  2. Ich erinnere mich noch recht gut an das „Tsunami-Silvester“. Wir überlegten damals schon eine Zeit lang, ob wir überhaupt feiern können. Die Veranstaltung wurde nicht abgeblasen und es war irgendwie traurig und Stimmung kam sowieso nicht auf. Bei so einer grausamen Katastrophe hatten sogar die Deutschen Mitgefühl. Naturkatastrophen wird es immer geben und die meisten davon sind nicht von Menschen gemacht. Die Menschheit trägt aber dazu bei, dass die Auswirkungen verstärkt auftreten. Hinzu kommen die menschengemachten Katastrophen wie Tschernobyl (brennt immer noch !!!), Fukushima (überhaupt nicht im Griff) und der Klimawandel (unaufhaltsam). „Spatz vom Dach“ hat Recht und der Bazillus Mensch wird bald wieder von der Erde verschwinden. Dann ist aber leider auch der Lebensraum für Tiere und Pflanzen nicht mehr da.
    P.S. Lieber Spatz vom Dach, ich bin Jogger und die Wiese hat kein Problem mit mir, sie wächst einfach weiter. Aber es gibt Laufkollegen, die zur Antarktis fliegen um einen Marathon zu laufen – das ist wohl eher ein Ärgernis.

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