„Katastrophenjournalismus“ bedeutet nach seinem Absturz mit 4u9525: Der Journalismus ist eine Katastrophe

„Katastrophenjournalismus“ ist ein wunderbares Wort. Es bezeichnet den derzeitigen Zustand des Journalismus sehr treffend: Die Berichterstattung über den Absturz des Flugs 4u9525 von German Wings in vielen Zeitungen, Radio- und Fernsehsendern war eine einzige Katastrophe.
Wenigstens ist in den Medien eine selbstkritische Debatte darüber entbrannt. Doch gerade hier gewinnt der Begriff „Katastrophenjournalismus“ mitunter einen merkwürdigen Beigeschmack, als gebe es „normalen“ Journalismus und eben „Katastrophenjournalismus“. Weiterlesen

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Gefährliche Zeitumstellung: Eine Stunde macht noch keinen Sommer

Als sie 1980 eingeführt wurde, war ich ganz begeistert. Besonders attraktiv fand ich die Möglichkeit, abends eine Stunde länger in der Sonne sitzen zu können. Außerdem sollte die Sommerzeit ja auch Energie einsparen und damit die Umwelt schützen helfen.
Inzwischen ist meine Begeisterung sachlicher Skepsis gewichen. Auch meinen listigen Vorschlag zur Beibehaltung der Sommerzeit bei gleichzeitiger Abschaffung der Sommerzeit ziehe ich nun zurück. Weiterlesen

Fluch u49525: Absturz des Journalismus nach Totschweigen des Problems Suizid

Medienschelte ist zur Zeit schwer in Mode. Sie ist wohlfeil und häufig völlig losgelöst von jeglicher Kenntnis der realen Bedingungen in den Medien. Die schlimmsten Auswüchse gipfeln in dem Wort „Lügenpresse“ und einem geradezu hysterischen Hass auf alles, was sich „Medien“ nennt.
Selbstkritik der Journalistinnen und Journalisten ist allerdings umso wichtiger, als die grassierende Medienschelte reale Aufhänger hat. Zudem kann niemand besser werden, der das eigene Handeln nicht wenigstens hin und wieder kritisch hinterfragt. Weiterlesen

60 Jahre und kein bisschen leise: Danke für die wunderbaren Wünsche!

Nach dem Aufstehen fand ich eine berührende Mail aus Köln in meiner Mailbox. Auch mein ältester Bruder hatte mir in Lüneburg seine Glückwünsche bereits gemailt, als ich noch im Tiefschlaf lag. Zwei Geburtstagsgrüße sprengen aber alles, was ich bisher je erlebt habe. Weiterlesen

Wie interviewt man Taubblinde: Nur keine Berührungsängste!

foto:gerhardDie taubblinden Gerhard (links) und Ludwig unterhalten sich im Taubblindenzentrum in Hannover über die Taubblindensprache „Lormen“ miteinander. (Foto: Rainer Wohlfahrt)
Wie interviewt man Taubblinde? Diese Anfrage erhielt ich neulich über das Kontaktformular meiner Website. Der Fragesteller meinte, ich hätte ja bereits den taubblinden Herrn x. interviewt.
Schon die Begründung dieser Anfrage enthielt einen peinlichen Fehler: Zwar habe ich inzwischen schon mehr als ein halbes Dutzend taubblinde Menschen interviewt; der genannte X. war jedoch nicht darunter. Manchmal tun Nichtbehinderte aber so, als gäbe es nur einen Taubblinden, einen blinden Journalisten oder nur einen Journalisten mit Glasknochen. Weiterlesen

Vor vier Jahren: Atomkatastrophe in Fukushima mahnt zum Abschalten

Bereits bei der ersten Erwähnung des Atomkraftwerks an der Küste wurde mir Angst und bange. Ein gigantischer Tsunami überflutete die japanische Küste. Nach und nach wurde klar, dass in Fukushima ein Supergau stattgefunden hatte und immer noch weiter voranschritt. Weiterlesen