Vor vier Jahren: Atomkatastrophe in Fukushima mahnt zum Abschalten

Bereits bei der ersten Erwähnung des Atomkraftwerks an der Küste wurde mir Angst und bange. Ein gigantischer Tsunami überflutete die japanische Küste. Nach und nach wurde klar, dass in Fukushima ein Supergau stattgefunden hatte und immer noch weiter voranschritt.
Die Gegenmaßnahmen des Kraftwerksbetreibers TEPCO machten das Ganze noch schlimmer. Wochenlang versuchten sie, das wahre Ausmaß der Katastrophe zu verharmlosen und zu vertuschen. Bis heute hält auch die japanische Regierung an der mörderischen Atomtechnologie fest.
Unter dem Motto „Abschalten!“ sind im März 2011 und den darauffolgenden Wochen und Monaten jeden Montag mehrere hundert bis mehrere tausend Menschen auf die Straße gegangen. Bei der 9. Marburger Montagsdemo gegen Atomkraft am 11. Mai 2011 habe auch ich eine Rede gehalten.
Thema war die Einschränkung der Bürgerrechte zum Schutz der Atom-Mafia. Von Robert Jungks „Atomstaat“ reichte mein kurzer Blick in die Geschichte bis hin zu meinem Namensvetter Franz-Josef Strauß.
Das Manuskript meiner Rede habe ich unter dem Titel ist möglicherweise inzwischen nicht mehr abrufbar.
Auch die Empörung über die Atomkraft ist inzwischen abgeflaut. Doch gibt es immer wieder Debatten beispielsweise über einen Brief des hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier an den Biblis-Betreiber RWE.
Erst diese Woche hat Bundeskanzlerin Angela Merkel bei ihrem Staatsbesuch in Japan für den Ausstieg aus der Atomenergie geworben. Offenbar beugt sich die japanische Regierung aber vor den skrupellosen Geschäftsinteressen der Atom-Mafia.
19.000 Tote und über 290.000 Heimatlose hat der Tsunami am 11. März 2011 in Japan gefordert. Nach wie vor strahlt Fukushima und seine Umgebung auf gesundheitsgefährdendem Niveau.
Niemand sollte vergessen, dass Plutonium einen erheblich längeren „Atem“ hat als das menschliche Gedächtnis. Die Halbwertszeit des giftigsten Stoffs auf der Erde liegt bei 24.400 Jahren. Alle 24.400 Jahre halbiert sich die Strahlung.
Bis Fukushima wieder eine lebenswerte Natur hat, kann es durchaus 100.000 Jahre dauern. Das sind undenkbar lange Zeiträume.
Strahlung macht nicht halt vor Grenzen. In Pflanzen und Lebewesen reichert sie sich an. Mit dem Wind weht sie kilometerweit über´s Land.
Deshalb gilt weltweit, was die Liedermacherin Beate Lambert auf den Marburger Montagsdemos in ihrem „Abschalten-Rapp“ gefordert hat: „Abschalten, und zwar jetzt und zwar alle und für immer!“

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Ein Kommentar zu “Vor vier Jahren: Atomkatastrophe in Fukushima mahnt zum Abschalten

  1. Ich staune noch heute über die damalige Berichterstattung der deutschen Medien über Fukushima , die ja relativ eindeutig und realistisch war. Vielleicht hatte diese solide Information ja auch die Bundesregierung zur Energiewende bewogen (?). Schlimm aber ist, dass Ausmaß und Folgen dieses von Menschen gemachten Desasters jetzt fast niemanden mehr interessiert. Die Bewohner der Gegend um Fukushima werden einen hohen Preis bezahlen, vielleicht wir alle. Es ist verwunderlich, dass die Mehrheit der Japaner immer noch für Atomenergie zu haben ist. Das könnte mir nur ein in Japaner selbst erklären.
    Danke für diesen Beitrag.
    Viele Grüße aus Sachsen.

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