Das geht mir gegen den Sttrich: Franz-Josef niemals ohne Bindestrich!

Ich bin vielleicht einer, jedenfalls nicht zwei: Franz-Josef ist ein Name. Dafür sorgt der Bindestrich.
Auf den Bindestrich lege ich größten Wert. Wer ihn weglässt, der kann mir getrost wegbleiben.
Mein Name war Pogrom: Immer erinnerte er an einen beleibten bayerischen Politiker, der es mit Demokratie und Ehrlichkeit nicht so genau nahm. Damit hatte ich in meiner Jugend ehrlich zu kämpfen.
Heute jedoch ist Franz-Josef Strauß fast vergessen; und mit ihm ist auch mein Bindestrich vom Vergessen-Werden bedroht. War Strauß mir zu Lebzeiten ein Graus, so ist mit ihm leider die Besonderheit meines Vornamens fast aus.
Mein Vater hat mich nach Strauß benannt. Als ich im März 1955 geboren wurde, war der Bayer ein aufstrebender Nachwuchs-Politiker, von dem Günter Hanke sich noch Einiges erhoffte.
Einiges hat Strauß seither auch angestellt. Aber vieles davon war eher zum Verzweifeln als hoffnungsträchtig.
So musste ich mich während meiner Jugend ständig von Strauß distanzieren. Allerdings führte das dazu, dass sich fast jeder meinen Vornamen merken konnte.
Ein beleibter Bursche aus Bonn trug den gleichen Doppelnamen wie der – nicht bei allen beliebte – Politiker aus Bayern. Das war gleichzeitig eine Last und eine Chance. Ich habe mich dafür entschieden, meinen Namen als Chance zu nutzen.
Gekommen war es zu meinem Vornamen aufgrund einer rheinischen Sitte, die meinem Vater gar nicht gefiel. Als gebürtiger Danziger war er nicht damit einverstanden, seine Kinder nach Großeltern, Onkeln und Tanten zu benennen.
In der Familie meiner Mutter hingegen war es üblich, dass der älteste Sohn den Vornamen seines Großvaters väterlicherseits, der Zweite den des Großvaters mütterlicherseits und die weiteren Söhne die Vornamen der Onkel bekamen. Mädchen erhielten dementsprechend die Vornamen der Großmütter und Tanten.
Mein zweitältester Bruder hätte demnach den Vornamen Josef bekommen sollen. Dagegen wehrte sich mein Vater erfolgreich.
Als ich jedoch bei meiner Geburt etwas länger auf mich warten ließ, war mein Vater am Ende dermaßen erleichtert über die letztlich dann doch glückliche Geburt, dass er dem Wunsch meiner Mutter nachkam. „Lass ihn doch Josef heißen“, bat sie ihn. Darauf erwiderte er: „Aber wenn schon Josef, dannn wenigstens Franz-Josef!“
So laufe ich nun seit fast 60 Jahren mit diesem Namen und dem Bindestrich umher. Diesen Strich werde ich nicht streichen. Wenn das geschieht, geht mir das gegen den Strich.
Ansonsten bürste auch ich manches gegen den Strich. Eckig und kantig zu sein wie mein beleibter bayerischer Namensfetter, ist mir durchaus recht. Nur rechts sein wie er möchte ich keineswegs.
Auch korrumpieren lassen will ich mich nicht. Mit meinem Bindestrich verbinde ich Widerborstigkeit ebenso wie Verbindlichkeit.
Ehrlich möchte ich sein und echt. Kein Abziehbild will ich werden, das nach vorgegebenen Konventionen fremdbestimmt tut, was nicht wirklich richtig ist. Originale gibt es heutzutage viel zu wenige. Nachdem
der Original Franz-Josef in den Untergrund gegangen ist, bin ich jetzt das Original, oder?

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2 Kommentare zu “Das geht mir gegen den Sttrich: Franz-Josef niemals ohne Bindestrich!

  1. Pingback: 60 Jahre und kein bisschen leise: Danke für die wunderbaren Wünsche! | Franz-Josef Hanke

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