Der Hörfunkrat tagt in Köln: Warum tue ich mir das an?

Warum tue ich mir das an? Warum reise ich an einem Streiktag mit der Bahn nach Köln zu einer Sitzung, wo ich keinen Pieps sagen darf?
Im Funkhaus des Deutschlandfunks tagt heute der Hörfunkrat des Deutschlandradios. Seine öffentliche Sitzung ist das Ziel meiner Reise.
Drei Gründe bewegen mich zu meinem Tun. Sie alle haben mit der Verantwortung zu tun, in der ich mich nach meinem Einsatz für die Petition „rettet2254“ sehe.
Viele der Stammhörer und Anrufer der nächtlichen Telefongespräche bei Deutschlandradio Kultur haben die Absetzung ihrer Sendung immer noch nicht verwunden. Für etliche war sie ein wichtiges Tor zur Welt und eine bedeutsame Quelle zur Meinungsbildung jenseits des Mainstreams.
Auch bei den Beschäftigten des Deutschlandradios gibt es die Erwartung, dass jemand von Außen dem Hörfunkrat kritisch auf die Finger sieht. Dieses Gremium besteht leider fast nur aus Ab- und Einnickern.
Schließlich bedarf es einer demokratischen Reform des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks. Dazu gehört auch die Direktwahl der Aufsichtsgremien durch die Beitragszahler. Nur so entstünde eine wirkliche Verbindlichkeit der Gremienvertreter gegenüber der Hörerschaft und den Zuschauern.
All das haben Intendant Willi Steul und Programmdirektor Andreas-Peter Weber sowie der Hörfunkrats-Vorsitzende Frank Schildt arrogant beiseite gewischt. Diese Überheblichkeit lasse ich mir nicht bieten. Meinen Sender werde ich im Auge behalten.
Steul, Weber und Schildt sollen nicht glauben, wir hätten keinen langen Atem und sie könnten das Thema „2254“ aussitzen. Da irren sie sich. Deshalb fahre ich nach Köln und nehme an der öffentlichen Sitzung des Hörfunkrats teil.

Advertisements

2 Kommentare zu “Der Hörfunkrat tagt in Köln: Warum tue ich mir das an?

  1. Sie sind mein Held ! Jeden Tag vermisse ich 2254. Meine Autonummer trägt diese Zahlen und erinnert mich immer wieder daran, wie ohne jedes Interesse für die Hörer dieser Sendung einfach abgeschaltet wurde. Die Aktionen von aktiven Hörern wurden arrogant ignoriert. Ein Vorgehen wie in einer Bananenrepublik. Hier muss sich was tun, schließlich bezahlen wir den öffentlichen Rundfunk ! Die selbstgefälligen und eitlen Vertreter des Hörfunkrates müssen an ihre demokratischen Pflichten erinnert werden. Tun Sie das bitte weiter ! Ach so… und Danke !

  2. Ja, ich vermisse 2254 auch, wenn ich nachts munter bin und das Radio nicht mehr angeht.
    Mag Churchill eine recht zwielichtige Figur gewesen sein, aber in einem hatte er recht: Eine Demokratie ohne eine starke, gleichberechtigte Opposition ist nur eine Scheindemokratie (Churchill) = Koalition.
    Denn „In der BND-Affäre meint SPD-Chef Gabriel seine Wunderwaffe gegen die so schwer zu fassende Bundeskanzlerin gefunden zu haben. Im Gegenzug versucht Merkel, die SPD zu spalten.“ Hat Gabriel die Oppositions-Position seiner Partei wiederentdeckt? Hier demonstrieren die beiden – Parteien wie Bolitiker -, wozu sie doch gewählt wurden und was die Koalitionen aus ihnen machen: Kaum droht eine andere Partei Übergewicht, wird sie von der CDU wie von der Schwarzen Spinne ins Koalitionsnetz gelockt. Mich wundert nur, dass jede Opposition das immer und immer wieder mitmacht. Aber die Leute sind eben nicht lernfähig. Nannte man so was in der DDR nicht Betonköpfe?
    Und das setzt sich nach unten fort. Ich kann kein oder nur kaum noch Radio hören. Es ist nicht mehr mit anzuhören: So ein sinnentleertes Programm überall. Kein Hörspiel, wenn’s hochkommt, mal ’ne Buchlesung und dann gleich wieder Musik, Musik, Musik, Käffchen und Beine hoch. 2254 hatte wenigstens Grips, Sinn, Humor und Geist. Aber es ist nicht gern gesehen, wenn die Leute kritisch sind. Nur das ist wie mit PEGIDA: Mann kann es abstellen und verbieten. Die Leute und die Probleme bleiben trotzdem und radikalisieren sich schlimmstenfalls. Das war ja wohl auch schon zu Zeiten der RAF so.
    Also, Herr Hanke, vielen Dank und viel Erfolg. Unsere guten Wünsche begleiten Sie.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s