Die dunkle Seite des Neoliberalismus: Massenhaft Flucht vor Dürre, Hunger und Krieg

Alles, was man an Gutem oder Schlechtem in die Welt hinausbringt, bekommt man irgendwann irgendwie auch wieder zurück. Diese alte Weisheit bewahrheitet sich derzeit einmal mehr in der Politik: Die neoliberale Ideologie einer unbegrenzten Freiheit der „Märkte“ erntet nun Hass und Terror gegen die westlichen Konsumgesellschaften sowie Hunger, Krieg und einen regelrechten Ansturm verzweifelter Menschen auf der Flucht vor der dunklen Seite des kannibalischen Neoliberalismus.
Deutschland lebt sehr einträglich von der Ausplünderung anderer Völker. Als drittgrößter Waffenexporteur der Welt ist Deutschland maßgeblich mit beteiligt daran, wenn irgendwo auf der Welt Kriege oder Bürgerkriege geführt werden. Krieg ist ein sehr einträgliches Geschäft für deutsche Konzerne und aktionäre.
Ihnen müsste man eigentlich die Kosten aufbürden, die Deutschland für geflüchtete Menschen aufbringt. Schließlich tragen sie wahrscheinlich die Hauptschuld daran, dass diese Menschen ihren Herkunftsländern den Rücken gekehrt und sich auf den Weg hierher gemacht haben.
Die vielen geflüchteten Menschen sind traurige Zeugen einer verfehlten Politik. Die internationalen Institutionen haben sträflich versagt. Ihnen ist es nicht gelungen, Krieg und Terrorismus einzudämmen.
Vielmehr haben vor allem der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Weltbank maßgeblichen Anteil daran, dass Hunger und Elend in der Welt sich weiter verbreitet haben. Ihre Auflagen bei der Vergabe von Krediten beinhalten meist die Forderung nach einer Privatisierung wichtiger Infrastruktur, die die Menschen in den betroffenen Ländern oft teuer zu stehen kommt. Kurzfristigen Einnahmen durch Verkaufserlöse stehen in der Regel langfristig höhere Kosten oder schlechtere Leistungen gegenüber.
Internationale Konzerne versuchen mit Hilfe sogenannter „Freihandelsabkommen“ wie CETA, TTIP und TTP, ihre bislang eher heimliche Macht auf eine regulatorische Grundlage zu stellen. Statt auf Korruption würde ihre Macht dann auf Entscheidungen geheimer und demokratisch nicht angebundener „Schiedsgerichte“ fußen. Das ist ein flagranter Putsch gegen die Demokratie, den kein ehrlicher Parlamentarier unterstützen dürfte.
Die Ausplünderung der Natur und ihre Belastung durch Müll und Abgase zerstört die Umwelt und treibt einen fortschreitenden Klimawandel immer weiter voran. Dessen Folgen werden Dürre, Hochwasser, Hunger und weitere Migrationsbewegungen ungeahnten Ausmaßes sein. Die wahre Völkerwanderung hat noch gar nicht richtig begonnen.
Die Weltgemeinschaft steht am Scheidepunkt: Lässt sie alles beim Alten und sich von mächtigen Großkonzernen, korrupten oder zaudernden Politikern zugrunde richten oder sucht sie einen Ausweg in eine neue Form der Weltwirtschaft? Lässt sie sich von unkontrollierten Geheimdiensten lückenlos überwachen oder verteidigt sie ihre Freiheit und ihre Demokratie?
Angesichts der drohenden Aushebelung der Demokratie durch Geheimdienste und Großkonzerne benötigt die Welt nun dringend eine andere Politik. Frieden und Solidarität müssen dabei im Vordergrund stehen. Nur eine auf Menschlichkeit gegründete Weltgemeinschaft ist langfristig überlebensfähig.

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4 Kommentare zu “Die dunkle Seite des Neoliberalismus: Massenhaft Flucht vor Dürre, Hunger und Krieg

  1. Das sehe ich genauso. Keine Nuance bin ich anderer Meinung, Aber wie soll „eine auf Menschlichkeit basierende Weltgemeinschaft“ entstehen ? Vielleicht muss man mal wieder Marx lesen. Die ungebremste Wachstumstüte wird uns in einigen Jahren um die Ohren fliegen. Die Konzerne und deren Macht sind das Übel der Geschichte.
    Manchmal verplappert sich ein Politiker und sagt was Phase ist – „die Konzerne entscheiden“. Solange mit Rüstung noch so viel Geld zu verdienen ist, wird in alle (ausnahmslos alle) Länder der Mist an Mordmaschinen exportiert, Skrupel haben die gierigen Unternehmer keine. Notfalls kommen die Medien mit der Mär von den Arbeitsplätzen in der Rüstungsindustrie. Es wird immer mehr Kriegsflüchtlinge geben, denn welcher Mensch lässt sich und seine Familie gerne abschlachten ?
    Ich sehe kein Ende in der Spirale.
    Gruß aus dem Vogtland

    • Lieber Ronald, ich sehe das ein wenig optimistischer als Sie: Die derzeitige Wirtschafts(un)ordnung erstickt gerade an sich selbst. Sie ist nicht mehr überlebens- und schon gar nicht zukunftsfähig. Deswegen halte ich es mit Jean Ziegler, der davon überzeugt ist, dass wir jetzt etwas ändern können. „Wir sind die Glut in der Asche und – ich glaube – schon ziemlich bald wird es ein riesiges Feuer geben“, hat er in dem Arte-Film „Nie wieder Krieg!“ gesagt. fjh

  2. „Alles, was man an Gutem oder Schlechtem in die Welt hinausbringt, bekommt man irgendwann irgendwie auch wieder zurück.“
    Wie man z. B. zu Zeiten der Entdeckung Amerikas durch die Europäer, deren größter Anteil übrigens Deutsche gewesen sein sollen, Afrikaner als Arbeitskräfte in’s Land holte, nachdem man die Ureinwohner ausgerottet hatte, ist man heute froh, wenn ausgebildete Fachkräfte – auch wieder vielfach aus Afrika – nach Europa und Deutschland kommen – nur gleich über’s Mittelmeer.
    Weil man ja helfen muss. Wem denn?
    Wem oder was halfen bzw. brachten z. B. die jahrelangen Spendenaktionen?
    „Spiegel_online: Hamburg – Rund 880.000 Menschen in der Europäischen Union gelten als Sklavenarbeiter, mehr als ein Viertel von ihnen wird sexuell ausgebeutet. Das geht nach Informationen des SPIEGEL aus einem Bericht des CRIM-Komitees hervor. Das Komitee ist ein Sonderausschuss des Europäischen Parlaments, der organisiertes Verbrechen, Geldwäsche und Korruption in Europa untersucht.“
    „Seit einem halben Jahrhundert kämpfen Nichtregierungsorganisationen gegen Hunger und Armut. Mehr als eine Billion US-Dollar sind in dieser Zeit gezahlt worden. Die Ergebnisse aber sind bescheiden…. “
    So dass die „Erfolge“ dieser Hilfen nun gleich nach Europa kommen. Denn
    „Entwicklungshilfe ist wie eine Droge, deren regelmäßiger Gebrauch Abhängigkeit hervorruft, schreibt James Shikwati. Der kenianische Ökonom ist einer der schärfsten Kritiker westlicher Hilfen für die armen Länder der Welt. Er ist nicht der einzige. Das Entwicklungshilfe-System sei faul, erklärt auch der US-amerikanische Afrika-Experte William Easterly. Die Hilfe führe zu Korruption, manifestiere Abhängigkeiten und nähre Bürokratie, sagt die in Sambia geborene Wirtschaftsexpertin Dambisa Moyo. Mehr als eine Billion US-Dollar Entwicklungshilfe wären in den vergangenen fünfzig Jahren gezahlt worden, die Resultate aber seien bescheiden. Einige asiatische Staaten hätten es ohne diese Hilfe, einige afrikanische Staaten wie Ghana allerdings auch trotz Entwicklungsgeld geschafft. …“ Frankfurter Rundschau vom 14. Dezember 2012
    Mir scheint, auch aus o. g. Gründen sind viele deutsche Bürger heute weder willens noch in der Lage, zu spenden oder zu helfen, so dass das Geschäft mit den Spenden nicht mehr funktioniert und man die Bürger nun vor vollendete Tatsachen stellt: Aus mit High Live Sponsoring.
    Deutschland erzielt Milliarden-Überschuss
    Das Bundeskabinett will heute eine Aufstockung der Flüchtlingshilfe für die Kommunen beschließen und
    Die Gesetzlichen Krankenkassen erhöhen 2016 wohl ihre Beiträge.
    …. und für die, die das erwirtschaftet haben (die Arbeitnehmer), steigt als kleines “Dankeschön” im kommenden Jahr der Krankenkassenbeitrag!
    Schürt man so nicht geradezu Hass und Neid unter den Bevölkerungen zu Gunsten der dicken Geschäfte? Jawohl, „Die vielen geflüchteten Menschen sind traurige Zeugen einer verfehlten Politik“. Vielleicht gäbe es dann auch wieder weniger Pegida …
    In diesem Sinne ist wohl auch der Gedanke eines „Gast“es in DER WELT vom 06.12.2012 zu verstehen, • wenn er 4 Jahre zuvor schon meinte,
    „wie wäre es denn, weder für Banken, noch für Afrika, sondern – ein verrückter Einfall – das Geld einfach mal den Leuten zu überlassen, die dafür arbeiten gehen?“

    • Die sogenannte „Entwicklungshilfe“ ist meist nur dürftig verbrämte Interessenspolitik zur Verbesserung der Geschäftemacherei deutscher Konzerne. Stattdessen muss die Ausplünderung der sogenannten „3. Welt“ aufhören! Die Anhebung von Beiträgen der Bürger zu Kranken- und Pflegekassen ist ungerecht, solange der Arbeitgeberanteil eingefroren bleibt. Die Leistungen im Bereich der Pflege sind angesichts der geringen Entlohnung für Pflegekräfte ohne Menschen mit Migrationshintergrund überhaupt nicht mehr darstellbar. Wir sollten froh sein, dass Menschen hierherkommen, die diese schwere Aufgabe übernehmen! fjh

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