7 Tage 2016: Schöne Aussichten!

Das Neue Jahr ist gerade mal eine Woche alt, und schon sehen wir alle alt aus. In dieser Woche hat sich so viel ereignet, dass man kaum darüber nachzudenken wagt, was die restlichen 51 Wochen 2016 noch bringen mögen.
Manches reicht noch von 2015 herüber; manches ist rund um die Jahreswende passiert, und manches ist neu. Silvester jedenfalls war diesmal ein ganz besonderer Knaller.
In München wurden wegen einer Terrorwarnung zwei Bahnhöfe gesperrt. Auf den Hauptbahnhof und den Bahnhof München-Pasing drohe ein Anschlag islamistischer Attentäter, hatte der Münchner Polizei ein französischer und ein US-amerikanischer Geheimdienst zugeraunt. Was dran war an dieser Warnung, das werden wir wohl nie erfahren.
In Köln wurde der Platz vor dem Hauptbahnhof geräumt. Dort hatte sich eine größere Gruppe angeblich arabisch oder nordafrikanisch aussehender Männer zusammengerottet. Über 100 Strafanzeigen wegen sexueller Belästigung und Taschendiebstahls haben junge Frauen inzwischen erstattet, weil sie im dichten Gedränge in der Eingangshalle des Hauptbahnnhofs von betrunkenen Männern umringt, dann begrapscht und dabei ausgeraubt wurden.
Ähnliches ist zur gleichen Zeit auch auf der Reeperbahn in Hamburg passiert. Dort haben mehr als 50 Frauen Anzeige wegen sexueller Übergriffe und Diebstahls erstattet.
Rund 150 rechte Rancher haben ein Gebäude der Nationalparkverwaltung im US-Bundesstaat Oregon besetzt. Die Bewaffneten protestieren mit ihrer Aktion gegen die Bestrafung zweier Rancher, die auf dem Gelände des Nationalparks Feuer gelegt hatten. Offenbar wollen sie die Bundesregierung zum Eingreifen provozieren.
Saudi-Arabien hat 47 Menschen wegen angeblichen Terrorismus hingerichtet. Unter ihnen befindet sich auch der schiitische Scheich Nimr Al-Nimr.
Auf die Nachricht seiner Hinrichtung hin stürmte eine erboste Menge am Sonntag die saudische Botschaft in Teheran. Daraufhin wiederum haben Saudi-Arabien, die vereinigten arabischen Emirate, Bahrein und der Sudan die diplomatischen Beziehungen zum Iran eingestellt. Der Machtkampf zwischen den beiden Regionalmächten Saudi-Arabien und Iran um die Vorherrschaft in der Region stellt sich zugleich als Kampf der Soniten gegen die Minderheit der Schiiten dar.
Das belgische Atomkraftwerk Doel bei Antwerpen hat sich automatisch abgeschaltet. Inzwischen ist der Schrottreaktor trotz mehrerer Pannen aber wieder am Netz.
In der Nacht zum Montag wurde auf ein Flüchtlingsheim in Dreieich-Dreieichenhain geschossen. Ein 23-jähriger Syrer, der im Bett lag und schlief, wurde von einem Projektil getroffen, das zuvor die Fensterscheibe durchschlagen hatte. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen versuchten Mordes.
In ihrer Ausgabe vom Dienstag berichtete die Oberhessische Presse (OP), dass ein Supermarkt auf dem Richtsberg in Marburg einer blinden Frau seit Jahresbeginn die nötige Einkaufshilfe verweigert. Nach einem Besitzerwechsel habe der neue Eigentümer dem Personal verboten, Blinden beim Einkauf behilflich zu sein. Angesichts des geringen Personalschlüssels sei dafür schlicht keine Zeit.
Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker schlug am Dienstag angesichts der Vorfälle in der Silvesternacht vor, Frauen sollten immer eine Armlänge Abstand zu fremden Männern halten. Dieses Armutszeugnis der Hilflosigkeit brachte dem Stadtoberhaupt, das im vergangenen Jahr selbst Opfer eines faschistischen Mordanschlags eines mutmaßlichen V-Manns des nordrhein-westfälischen Verfassungsschutzes geworden war, Hohn und Spott in den asozialen Netzwerken ein. Zugleich nutzten viele Rassisten die sexistischen Raubtaten für fremdenfeindliche Hetze übelster Art.
Nordkorea hat am Dreikönigstag eine Wasserstoffbombe gezündet. Damit verfügt das bitter arme Land über eine der gefährlichsten Waffen überhaupt. Allerdings ist umstritten, ob es tatsächlich eine richtige Wasserstoffbombe war, weil das von der Explosion ausgelöste Erdbeben nicht so stark war, wie es in einem solchen Fall hätte sein müssen.
Jedenfalls sorgen sich die Atommächte, dass nukleare Habenichtse wie der nordkoreanische Diktator Kim Jong-Un bald auch eine Wasserstoffbombe besitzen und die Welt damit erpresse nkönnten. Eine Resolution des UN-Sicherheitsrats hat auch China mit unterstützt, zumal sie noch nicht mit scharfen Sanktionen droht.
Angesichts dieses Jahresbeginn hatte Jens Bertrams schon am Dienstag die Nase voll. Die Neujahrsgrüße 2016 in seinem Blog kamen deshalb eher zynisch daher.
Beim Podcast Lagebesprech 11 am Mittwoch haben wir gemeinsam mit Dr. Eckart Fuchs auf das Jahr 2015 zurückgeblickt. Außerdem haben wir einen Ausblick auf 2016 gewagt.
Sollte das Neue Jahr so weitergehen wie bisher, dann gnade uns Gott! Schließlich hat 2016 als Schaltjahr 366 Tage.

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Ein Kommentar zu “7 Tage 2016: Schöne Aussichten!

  1. Wenn man die Ereignisse in Deinem Blog so aufgereiht liest, dann kann man schon verzweifeln. Tatsächlich ist in wenigen Tagen so viel Schlimmes passiert, dass es locker für ein Jahr reichen könnte. Ich war schon immer ein Pessimist was die Menschen betrifft. Irgendwie habe ich trotzdem die Hoffnung, dass die Menschheit mal ein Zeichen von Vernunft sendet, passiert ja auch manchmal. Gegenwärtig sind aber die „Durchgeknallten“ in der absoluten Überzahl. Jede Deiner dargelegten Ereignisse ist eine Katastrophe und gießt Benzin in die schon brennende Welt.
    Dein letzter Satz trifft es genau „Gnade uns Gott“.
    Ronald

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