Heute in Lüneburg: Abschied von Ulrich Hanke

In diesen Minuten beginnt in Lüneburg das Begräbnis meines Bruders Ulrich Hanke. Die Familie versammelt sich, um Abschied zu nehmen von ihm. Erinnerungen werden wach an Anekdoten aus der Kindheit, der Jugend und an unser letztes Zusammentreffen bei meiner Geburtstagsfeier im April 2015 in Marburg.

Damals war er schon ein wenig angeschlagen. Aber das neue Hüftgelenk begann, ihm zur Gewohnheit zu werden.
Drei Tage lang haben wir letztes Jahr gefeiert. Gesungen haben wir und erzählt und gelacht.
Von seinem sozialen Engagement hat mein ältester Bruder nie viel Aufsehen gemacht. Dabei war er stellvertretender Vorsitzender des Blindenvereins Lüneburg und der Interessengemeinschaft sehgeschädigter Computerbenutzer (ISCB).
Mehr als 2.000 Computerprogramme hat er auf seiner Website www.ulrichhanke.de getestet und vorgestellt. Geprüft hat er sie alle immer unter dem Gesichtspunkt, ob sie für Blinde und Sehbehinderte benutzbar sind.
In meiner Erinnerung aber bleiben vor Allem die persönlichen Erlebnisse mit meinem großen Bruder, der unsere Modelleisenbahn aufgebaut hat und dabei ein Vorbild war für mich. So geschickt wie er war ich beim Basteln aber nie.
Witze erzählen konnte er mit dem gleichen Humor wie meine Onkel. Diesen rheinischen Mutterwitz habe auch ich von meiner Mutter geerbt, wenngleich ich eine andere Art von Witzen bevorzuge als Ulrich.
Nun bin ich also zum zweiten Mal in Lüneburg, um von ihm Abschied zu nehmen. Das letzte Mal war ich bei seiner Hochzeit hier.
Damals sind wir mit einem alten Setra S9 durch die Stadt gefahren. Ulrichs Ehefrau Regina machte dabei die Stadtführerin. Das war sehr beeindruckend.
Damals waren wir in der Gaststätte Nolte. Auch heute sind wir wieder dort.
Damals jedoch war der Anlass ein freudiger. Fröhlich haben wir gefeiert bis nach Mitternacht. Der Wirt war am nächsten Morgen ganz beeindruckt von unserer Feierlaune.
Aber als gebürtige Rheinländer liegt uns das allen im Naturell. Diesmal jedoch wird unser rheinischer Frohsinn wohl der Trauer weichen. Und doch kann ich nicht an Uli denken ohne ein leises Lächeln und die Erinnerung an seinen Mutterwitz.

3 thoughts on “Heute in Lüneburg: Abschied von Ulrich Hanke

  1. Löwenkind hat es genau getroffen : „Die Erinnerung bleibt…“ .Es ist schlimm liebe Menschen zu verlieren. Da gibt es fast keinen Trost. Aber seine Lieben mit einem Lächeln zu verabschieden und an die vielen schönen Momente mit ihnen zu denken hilft uns, das Schlimme zu verkraften. Ich habe es schon einmal geschrieben : Meine Frau tröstet mich oft mit dem Satz : Wir haben ihn gehabt und das kann uns keiner mehr nehmen. Ich bin bei Dir lieber FJH.
    Ronald

  2. Pingback: Trauer: Erst ein Schlag und dann die vielen kleinen Dinge im Alltag | Franz-Josef Hanke

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