Trauer: Erst ein Schlag und dann die vielen kleinen Dinge im Alltag

Trauer ist etwas Merkwürdiges: Kaum nimmt man irgendwo ein kleines Signal auf, ist die Erinnerung an den Verstorbenen schon wieder da. Im Radio habe ich Alan Stivel gehört und musste sofort an meinen kürzlich verstorbenen Bruder denken.
Ulrich Hanke liebte bretonische Musik. Noch lieber hörte er aber die „Dubliners“. Begeistert war er, wenn er auf diese irische Folk-Musik tanzen konnte.
Uli hat mich mit Jacques Brel bekannt gemacht. Auch Chansons von Georges Brassens habe ich zum ersten Mal von ihm vorgespielt bekommen.
Es gäbe so viel zu sagen über meinen ältesten Bruder; und doch könnte es nie auch nur annähernd ein umfassendes Bild von ihm vermitteln. Man könnte über sein Engagement in der Beratung von Blinden beim Umgang mit Computern sprechen und auf seine Website www.ulrichhanke.de verweisen oder auf meine erste Reaktion im Blog auf seinen Tod. Ich habe noch mehr über Ulrich Hanke geschrieben und dennoch bislang nichts über die würdige Trauerfeier am Samstag (20. Februar) in Lüneburg.
Die ganze Familie war versammelt. Als die Urne bestattet wurde, hat es geregnet. Unmittelbar danach ging ein heftiger Wolkenguss nieder, der alle Trauergäste ins Brauhaus Nolte trieb, wo wir noch lange zusammengesessen haben.
Viele Erinnerungen wurden wach. Wir haben gelacht und getrauert. So hätte er sich das wohl gewünscht.
Trauer ist wirklich etwas Merkwürdiges: Erst trifft sie die Zurückgebliebenen wie ein Schlag; dann benebelt und lähmt sie sie, um sich schließlich langsam in die Ritzen der alltäglichen Dinge zurückzuziehen und von dort wieder und wieder hervorzuschimmern und warmes Licht zu verbreiten.
Trauer ist letztlich aufgesparte Dankbarkeit. Allen, die Wolf-Ulrich Hanke kannten, möchte ich meine Freude darüber mitteilen, dass er so vielen Menschen ganz praktisch bei der Bewältigung ihres Lebens geholfen hat und gelegentlich auch mir.

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3 Kommentare zu “Trauer: Erst ein Schlag und dann die vielen kleinen Dinge im Alltag

  1. Danke, die Beerdigung war am 20.2
    in Lüneburg.
    Niemand hat mich von seiner Familie benarichtigt.
    Ich war mit ihm 15 Jahre verheiratet.

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