Glückwünsche aus Panama: Herzlichen Dank, lieber Janosch!

Lieber Janosch,
wir kennen einander nicht; und doch möchte ich Ihnen heute zum Geburtstag gratulieren. Danken möchte ich Ihnen für die Freude, die Sie mir und möglicherweise Millionen anderer Menschen gemacht haben. Auch wenn Sie diese Zeilen wohl nie lesen werden, werden Sie ähnliche Danksagungen an ihrem 85. Geburtstag sicherlich von vielen bekommen, die Ihre Bücher gelesen haben.
Man sagt, Ihre Geschichten seien bebilderte Kinderbücher. Wenn das zutrifft, dann möchte ich ohne Scham bekennen, dass ich immer noch ein Kind bin.
Wahrscheinlich werde ich erklären müssen, warum mir Ihre Geschichten so sehr am Herzen liegen; aber das tue ich heute gern. Mir ist es ein inneres Bedürfnis, meine Verbindung dazu zu offenbaren, damit Sie vielleicht verstehen, welche wunderbare Gabe Sie besitzen, um damit Menschen zu erfreuen.
Vor 25 Jahren lernte ich meine spätere Ehefrau Erdmuthe Sturz kennen. Ihr Buch „Oh, wie schön ist Panama“ kannte ich damals schon annähernd zehn Jahre lang und hatte es bereits in mein Herz geschlossen.
Zu meinem Geburtstag vor knapp 24 Jahren schenkte Erdmuthe mir eine Kassette. Zwei Geschichten hatte sie darauf für mich aufgelesen: Neben Ihrem Bilderbuch „Oh, wie schön ist Panama“ hatte sie in Anspielung an meinen Vornamen noch „Der Franz“ von Christine Nöstlinger aufgesprochen.
Auf die Kassettenhülle hatte Erdmuthe ein himbeerrotes Herz aufgeklebt, das sie aus Stoff ausgeschnitten hatte. So konnte ich als Blinder diese Kassette alleine durch das Ertasten mit den Fingern von allen anderen leicht unterscheiden.
Nachdem ich die Geschichte zum ersten Mal angehört hatte, beschrieb mir Erdmuthe die Bilder: Besonders gefielen mir die Tigerente, die ich bereits von meinem Kumpel Kasi her kannte, sowie der Maulwurf mit dem Blindenstock.
Als wir am Ende des Jahres in eine gemeinsame Wohnung zogen, nannten wir sie „Panama“. Schön und gemütlich machen wollten wir es uns dort; und immer wieder zitierten wir dabei Ihre Beschreibung von „Panama“, wo alles „nach Bananen“ riecht.
Höhen und Tiefen haben Erdmuthe und ich miteinander erlebt. Spät haben wir geheiratet und viel zu früh ist meine Ehefrau dann an einer Krebserkrankung gestorben.
Allein wohne ich nun in „Panama“; und doch bin ich nicht wirklich allein. Zu den vielen schöenen Erinnerungen, die mich umgeben oder immer wieder besuchen, gehört auch Ihre wunderbare Geschichte.
Wenn sie heute 85 Jahre alt werden, dann sollten Sie etwas von der Wärme zurückbekommen, die Sie selbst in Ihrer Kindheit wohl vermisst haben, die Sie mit Ihren Geschichten aber so vielen Menschen geschenkt haben. Außerdem wünsche ich allen, dass sie aus der Erde ein Land machen, in dem es nicht nach Blei oder Pulver riecht, sondern überall nach Bananen. Herzlichen Dank und liebe Geburtstagsgrüße
Ihr
fjh

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Ein Kommentar zu “Glückwünsche aus Panama: Herzlichen Dank, lieber Janosch!

  1. Happy Birhday Janosch ! Es ist ein Geschenk immer ein Kind zu bleiben. Man lernt jeden Tag und staunt stets über diese tolle Welt !
    Voriges Jahr war in unserem Nachbarort Oelsnitz auf dem Schloss eine Janosch-Ausstellung. Meine Frau und ich haben uns das natürlich nicht entgehen lassen.
    Beim betrachten der Bilder hatten wir viel Freude. Die Ausstellung war kindgerecht konzipiert, so dass viele junge Familien ihren Spaß hatten und auf Entdeckungstour gehen konnten. Mit uns „alten“ Fans war ein toller Generationenmix in der Ausstellung.
    Feiern wir, lieber FJH,heute den tollen Künstler und Mensch Janosch.
    Danke für den schönen Blogg.
    Grüße aus dem Vogtland
    Ronald

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