Frechheit siegt: Dummheit gewinnt und Trump wird Präsident

Insgeheim hatte ich es ja schon befürchtet, aber nicht wirklich wahrhaben wollen. Nun aber schält sich ein immer deutlicherer Vorsprung von Donald Trump vor Hillary Clinton heraus. Alles sieht danach aus, dass ein egomanischer Sexist, Rassist und Populist nächster Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika (USA) wird.
Der Morgen war ein Déja-Vu: Wie beim britischen Volksentscheid für den „Brexit“ wollte ich vorher nicht glauben, was hinterher herausgekommen ist. Auch bei der US-Wahl war ich noch lange guter Hoffnung, dass Trump nicht wirklich gewinnen könnte. Nun aber muss ich ernüchtert feststellen, dass die schlimmsten Befürchtungen wohl wieder wahr werden.
Unser heutiger Lagebesprech wird wohl wieder mal eine Dreiviertelstunde Gesprächstherapie werden. Im Vordergrund wird wohl die Frage stehen: Wie konnte es so weit kommen und warum sind die USA so tief gesunken?
Daneben sollten wir uns aber auch überlegen, welche Folgen der Wahlausgang in den USA für Europa und insbesondere für Deutschland hat. Sicherlich wird die Welt nicht sicherer durch den Einzug eines Irren ins Weiße Haus. Sicherlich wird die Welt nicht friedlicher, wenn ein Großkotz mit Cowboy-Allüren den Finger am Roten Knopf hat als „Commander in Chief“.
Schließlich steht aber vorrangig die Frage zur Klärung an, was Populisten so attraktiv macht für das Wahlvolk: Sind die Wahlberechtigten von allen guten Geistern oder zumindest von ihrem Geist verlassen oder begeistern plumpe Parolen vor allem, weil andere Politiker den Pfad zum Populismus längst ausgetreten und den Zorn über die etablierte Poolitik durch Korruption, Bürgerferne und nichtssagendes Geblubber mächtig geschürt haben? Ist Populismus und Rassismus hoffähig geworden, weil Anstand in der Politik längst zum Fremdwort geworden ist?
Könnte auch Deutschland das blühen, was die USA nun erleben? Bringen markige sprüche und hämische Hetze jemanden leichter in entscheidende Positionen als Sachverstand und eine klare Haltung?
Der anfängliche Achtungserfolg von Bernie Sanders ist ein Beleg für das Gegenteil. Dass er Clinton unterlegen ist, war wohl die entscheidende Weichenstellung zum Wahlverlust der Demokraten. Denn die ehemalige First Lady und Ex-Außenministerin war bei vielen fast noch verhasster als bei anderen der Multimilliardär, der seit 18 Jahren keine Steuern zahlt.
Ich erinnere mich an die Wahl von Ronald Reagan. Auch damals herrschte bei vielen in Deutschland Katerstimmung. Gleiches gilt für George Bush und seinen kriegstreiberischen Sohn.
Die Welt hat sie alle überlebt. Aber vor allem George W. Bush junior hat die Welt nachhaltig zerstört. Der Terror des sogenannten „Islamischen Staats“ (IS) ist nicht zuletzt auch seiner Haudrauf-Kriegspolitik geschuldet.
All das gibt genug Grund, sich Sorgen zu machen. Allerdings ist das weltweite Aufkeimen von Populismus und Rechtsextremismus auch Grund, das eigene Engagement kritisch zu überdenken: Haben wir wirklich genug und vor Allem das Richtige getan?
Angesichts der ernüchternden Lage hoffe ich auf meine therapeutische Bezugsgruppe und unsere vierzehntägige Gesprächstherapie. „Lagebesprech“ 31 wird wohl ergeben, dass wir drei eins sind, aber durchaus des Trostes und der Ermutigung bedürfen, um wieder Zuversicht für die Zukunft zu gewinnen. Wenigstens diese Runde gibt mir Hoffnung, dass die Welt noch nicht ganz verrückt geworden ist.

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Ein Kommentar zu “Frechheit siegt: Dummheit gewinnt und Trump wird Präsident

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