Wir leben in seltsamen Zeiten: Aufstehen für Demokratie!

Wir leben in seltsamen Zeiten: Die Vereinigten Staaten von Amerika (USA) wählen einen sexistischen und rassistischen Sprücheklopfer zum Präsidenten, die Türkei sperrt gewählte Parlamentarier und kritische Journalisten ins Gefängnis und das Vereinigte Königreich (UK) möchte die Europäische Union (EU) nach einem nationalistisch geführten Volksentscheid verlassen. Ein selbsternannter „Islamischer Staat“ (IS) trägt Terror in europäische Metrolen und auch auf das Flache Land, während in Syrien Hunderttausende eingekesselt, ausgehungert und bombardiert werden.
„In Europa herrscht Frieden“, behaupten Vertreter der EU, während in der Ukraine und auf der Krim Regierungstruppen und separatistische Söldner aufeinander schießen. Die Wallonie wird erpresst, einem neoliberalen Freihandelsabkommen mit der Abkürzung „CETA“ zuzustimmen, das kanadischen Konzernen das Recht einräumt, europäische Regierungen zu verklagen und ihre Beschlüsse vor dubiosen Gerichten auszuhebeln.
Deutsche Waffen werden an mörderische Regimes verkauft wie Saudi-Arabien. Nach und nach mutieren die meisten arabischen Länder dank bewaffneter Milizen und innerer Auseinandersetzungen zum „Failed State.
Aber auch Sachsen ist ebenso ein „Failed State“ wie Berlin. Die Polizei in einigen – vorwiegend östlichen – Bundesländern ist entweder nicht in der Lage oder nicht willens, einen rassistischen Mob daran zu hindern, Flüchtlingsheime anzuzünden und Geflüchtete anzugreifen.
Konservative und angeblich sozialdemokratische Politiker rennen rechten Rattenfängern hinterher und treiben jede Woche eine neue reaktionäre Sau durch die Medien. Populistische Parteien in ganz Europa ernten mit rassistischer Hetze zweistellige Wahlergebnisse und Sitze in Landesparlamenten. In Ungarn und Polen herrschen nationalkonservative Regierungen und versuchen, sich Medien und Justiz untertan zu machen.
Geheimdienstleute vertuschen Morde und schreddern Akten. Dafür bekommen der Verfassungsschutz und der Bundesnachrichtendienst (BND) hinterher zum Dank noch mehr Kompetenzen.
Politiker nicken die Massenüberwachung der gesamten Bevölkerung ab. Abgeschnorchelte Daten reicht der BND an die National Security Agency (NSA) der USA weiter, die damit Drohnenangriffe und die gezielte Tötung von Verdächtigen ermöglicht.
„Besorgte Bürger“ rufen ungestraft Nazi-Parolen. Politiker kassieren Nebeneinkünfte. Die Quittung für ihr unverantwortliches Handeln erhalten sie aber nicht von demokratischen Kräften, sondern von Rechts.
Noch nie in meinem Leben habe ich mich so seltsam fremd gefühlt in diesem Land. Noch nie habe ich mir so große Sorgen gemacht wie jetzt. Selten habe ich eine so anstrengende Zeit gehabt.
Aber wir müssen etwas unternehmen gegen die schleichende Auflösung von Demokratie und Recht. Wir müssen aufstehen für mehr Direkte Demokratie und die Utopie von einer gerechten Gesellschaft mit gleichen Chancen für alle.
Im Podcast Lagebesprech 31 habe ich darüber mit Jens Bertrams und Dr. Eckart Fuchs diskutiert. Hätte ich diese regelmäßige Gesprächsrunde nicht, würde ich nach diesem Trip in die Hölle wohl an der Welt verzweifeln. Nach dem aufbauenden Gespräch mit meinen Freunden aber will ich die Ärmel hochkrempeln und aufstehen für mehr Demokratie, Solidarität und Transparenz.

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12 Kommentare zu “Wir leben in seltsamen Zeiten: Aufstehen für Demokratie!

  1. Danke für diesen Beitrag, mein Freund. Wir müssen es nehmen, wie es kommt, und wir müssen weiter kämpfen. Heute morgen habe ich einen Bericht auf englisch gelesen, in dem aus historischer Sicht recht schlüssig eklärt wird, dass Phasen heftiger Zerstörung immer in Zyklen und Wellen durch die Geschichte sich ziehen. Der Autor kommt zu dem Schluss, dass wieder eine Phase heftiger Zerstörung eintreten wird, die auch einen Nuklearkrieg beinhalten könnte, und er führt mehrere Szenarien auf. Der Logik kann ich mich nur schwer entziehen. Damit sage ich und auch der Autor nicht, dass ein Atomkrieg unausweichlich ist, weil es immer viele Szenarien gibt. Nur ich glaube kaum, dass wir es in den nächsten Jahren zum Besseren werden drehen können.

    • Lieber Jens, seit Langem war die Gefahr eines Atomkriegs nicht so groß wie dann, wenn Donald Trump an der Macht ist. Er ist unberechenbar, egoistisch und dumm. Derzeit höre ich Berichte, dass es in mehreren Städten der USA Demonstrationen gegen ihn gibt. Allerdings wird ihn das wohl kaum kümmern. Zu hoffen ist, dass seine Familie einen besänftigenden Einfluss auf ihn haben könnte. Melania Trump soll sogar Deutsch sprechen, hieß es. Wahrscheinlich hat sie mehr Verstand als ihr stinkreicher Ehemann. Wichtig ist, dass wir ein weiteres Erstarken rechter Strömungen verhindern. Zur Bundeswahl müssen wir ein Klima schaffen, dass AfD und Ähnlichen möglichst wenig Raum gibt! Der 9. November sollte uns eine Mahnung sein, was Schlimmes passieren kann und was Gutes möglich ist. An einem politischen Klima von Solidarität, Transparenz und Aufklärung wollen wir nun gemeinsam arbeiten. fjh

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  4. Lieber F-J H !
    Ich dachte immer, dass ich der an der Welt verzweifelnde Pessimist bin und alle um mich herum deprimiere. Leider hast Du wieder in all Deinen Thesen recht.
    Dann noch der Beitrag von Jens. Jetzt bin ich für’s erste niedergeschlagen.
    Grüße aus dem Vogtland
    Ronald

    • Lieber Ronald, ich bin ein unverbesserlicher Optimist. Allerdings muss man sich seinen realistischen Blick bewahren für die Welt ringsum. Was Donald Trump machen wird, weiß keiner wirklich. Da bleibt nur das Prinzip Hoffnung. Was wir aber machen werden, das liegt an uns. Wir können ja überlegen, was wir tun können, um unser Umfeld zu stärken und zu bestärken. Demokratie lebt, wenn wir tagtäglich daran arbeiten. Wichtig sind Solidarität, Mut und Ehrlichkeit. Wichtig ist, im Alltag nicht wegzusehen, wenn jemand Hilfe braucht. Wichtig ist, was man tut. In diesem Sinne will ich ein wenig daran arbeiten, meine Mitmenschen darin zu bestärken, dass sie ihr Leben souverän gestalten und genießen. Die schönen Dinge mit anderen zu teilen, kann Freude bereiten und Mut machen für mehr fjh

  5. Natürlich verstehe ich was Du mir sagen willst. Im Prinzip handele ich auch so. Es gibt so viele nette und interessante Menschen, schöne Dinge und täglich kleine Wunder.
    Wenn man in einem gewissem Alter ist, dann hat man wohl diesen Lebensansatz.
    Man sieht aber leider auch, dass sich nichts getan hat im Geist der Menschheit (Egoismus, Neid, Geiz, Kriege und immer wieder Gier). da muss man doch verzweifeln.
    Das hängt bei mir aber nicht mit Trump zusammen. Das habe ich schon vorher gedacht und bemerkt, wie Du ja auch.
    Kommt ein Beitrag von Dir zu Fidel ? Würde mich schon sehr interessieren wie Du den „Comandante“ und Kuba siehst.
    Viele Grüße aus dem Vogtland
    Ronald

    • Lieber Ronald, die Aufforderung werde ich zum Anlass nehmen, mal über einen Beitrag nachzudenken. Der wird aber ganz anders ausfallen, als die meisten erwarten werden. Lass Dich überraschen! fjh

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  9. „Konservative und angeblich sozialdemokratische Politiker rennen rechten Rattenfängern hinterher und treiben jede Woche eine neue reaktionäre Sau durch die Medien. Populistische Parteien in ganz Europa ernten mit rassistischer Hetze zweistellige Wahlergebnisse und Sitze in Landesparlamenten.“
    Wie darf man Meinungen unzufriedener Bürger, die 1989 bis heute Bürgerrechtler sind und gefeiert werden, heute bezeichnen außer rechts, nazistisch, rassistisch, populistisch usw.?

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