Der Terror in Barcelona mahnt zu Besonnenheit: Ein Plädoyer für Frieden und Freiheit

Manchmal möchte man die Nachrichten lieber nicht hören. So erging es mir gestern abend, als von einem Terroranschlag auf den Ramblas in Barcelona berichtet wurde. Leider kann man vor der Wahrheit aber nicht wirklich davonlaufen.
Gewöhnung hat sich allerdings bereits breitgemacht bei vielen Menschen. Das Muster ist ja immer wieder das Gleiche: Ein möglichst großes und schweres Fahrzeug rast im Zickzackkurs durch eine möglichst große Menschenmenge, um möglichst viele Menschen zu töten oder zu verletzen.
Autos werden zu einerwiderlichen Waffe. Auch Küchenmesser oder sogar ein Beil dienen blindwütigen Mördern dazu, fremde Menschen zu verletzen oder gar zu töten.
Massive Betonblöcke können einen Weihnachtsmarkt vielleicht vor einem heranrasenden Lastwagen schützen, nicht aber vor einem Mörder mit Küchenmesser. Fußgängerzonen kann man nicht weltweit mit Barrieren begrenzen, die kein Auto durchdringen kann, weil dann auch kein Rettungswagen oder Müllauto dorthin gelangen kann. Terror ist leider nicht so einfach auszuradieren wie ein Menschenleben.
Willkürlich wüten wahnsinnige Terroristen und beweisen sich damit selbst ihre vermeintliche Überlegenheit. Freizeiteinrichtungen, Weihnachtsmärkte oder Symbole von Freiheit und Demokratie sind ihre bevorzugten Angriffspunkte. Demokratie und Freiheit sind ihre verhassten Gegner.
Massenüberwachung und die Drohung mit Gewalt sind die bevorzugten Antworten vieler Politiker. Damit möchten sie den Bürgern die Überlegenheit des Staates beweisen. So denken und handeln sie am Ende in beinahe den gleichen Kategorien wie die Terroristen.
Der Terror ist angekommen in Europa. Nicht nur in den Zentren von Großstädten finden mörderische Attentate auf wehrlose Menschen statt, sondern auch in einem beschaulichen Küstenstädtchen oder gar dem barocken Würzburg.
Der Terror ist angekommen in unseren Köpfen. Wir wollen ihn zwar gerne verdrängen, aber es gelingt nicht.
Der Terror ist angekommen in der Politik: Sie verheißt uns Schutz vor Terror mit mehr Überwachung. So sollen wir den Terror verdrängen im Vertrauen auf unsere Politiker, die es schon richten werden für uns.
Der Terror kommt an in Europa: Die Türkei wird zu einer Ein-Mann-Diktatur. Polen hebelt die Gewaltentrennung aus. Ungarn bedrängt Universitäten und Medien.
Der Terror kommt an in den Vereinigten Staaten von Amerika: Donald Trump zeigt Sympathie mit „White Supremacists“, die helle Haut zum Erkennungsmerkmal einer „rassischen Überlegenheit“ bestimmen. Ein Neonazi ermordet eine Gegendemonstrantin und Trump macht Linke dafür verantwortlich.
Der Terror der Überwachung kommt an in unseren Wohnzimmern: „Smart Home“ horcht uns aus und meldet „heim“, was wir im Fernsehen anschauen, einkaufen, essen und trinken oder mit wem wir befreundet sind. Über Nacht werden wir möglicherweise dann irgendwann von Neonazis überwacht. Wer weiß
Aber all das geschieht angeblich ja nur zu unserem Besten. Überwachung diene unserem Schutz, beteuern die, die uns unserer Freiheit berauben. Überwachung sei nötig, um Terrristen zu bekämpfen.
So bekämpfen sie Terror mit Terror. Sie faseln von „Werten, die wir niemals aufgeben“ dürften, und treten dabei genau diese Werte mit Macht in die Tonne. Mit Hilfe einer gigantischen Panikmache opfern sie den Terroristen genau das, was diese verblendeten Verrückten hasserfüllt angreifen.
Die Freiheit bleibt dabei auf der Strecke. Angst macht sich breit; und Angst wird absichtlich geschürt, damit die Menschen ihre Freiheit nicht ernstlich verteidigen.
Doch Freiheit muss immer wieder von Neuem erkämpft werden. Freiheit ist niemals das Recht, auf Kosten anderer Menschen eigene Vorteile durchzusetzen. Freiheit ist die Verantwortung für ein möglichst gerechtes Leben in Gleichheit und gegenseitigem Respekt. Freiheit ist frei von Hass. Freiheit versucht, Angst zu überwinden. An tödliche Autos haben wir uns im Straßenverkehr doch längst schon gewöhnt.
Treten wir also ein für die Freiheit von Andersdenkenden, denn sie ist zugleich auch immer unsere eigene Freiheit! Engagieren wir uns für die Freiheit der Millionen Menschen, auf deren Kosten wir in Europa in vergleichsweise luxuriösen Umständen leben! Eine gerechtere Welt ohne Massenüberwachung und Terror ist möclich.

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Ein Kommentar zu “Der Terror in Barcelona mahnt zu Besonnenheit: Ein Plädoyer für Frieden und Freiheit

  1. Es nervt total, dass immer mehr solche durchgeknallten Typen unser Leben bestimmen, dass wir uns an immer mehr Einschränkungen der Freiheiten gewöhnen und das es keine ernsthaften Gegenmaßnahmen gibt. Eine der wohl wirksamsten Effekte wäre eine Einstellung aller (!!!!!!!!) Rüstungslieferungen, verbunden mit einer rationalen Außenpolitik die frei von Block-und Paktdenken ist, eine Abnabelung von den US-imperialen Weltdoktrien und eine Wirtschaftspolitik , die diesen Namen auch verdient. Eine Utopie – die Profitgier dieser Gesellschaft wird uns noch um die Ohren fliegen.
    Danke für Deinen Beitrag.
    Viele Grüße
    Ronald

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