Wir werden gewinnen: Der Traum von Martin Luther King lebt

„I have a dream“, beschwor er am 28. August 1963 seine gut 250.000 Zuhörer beim Marsch auf Washington. Am 4. April 1968 wurde Dr. Martin Luther King jr. in Memphis erschossen.
Für mich war es so etwas Ähnliches wie ein Déja-Vu-Erlebnis. Zu sehr erinnerte mich das Attentat an die Ermordung des US-Präsidenten John F. Kennedy am 22. November 1963. Wie damals, so saß ich auch nun wieder stundenlang mit der ganzen Familie vor dem Fernseher und konnte es nicht glauben.
Erneut war ein herausragender Hoffnungsträger der Vereinigten Staaten von Amerika (USA) heimtückisch erschossen worden. Noch mehr als beim Kennedy-Mord stellten wir uns die Frage, ob der verhaftete James Earl Ray wirklich der Täter war und ob es keine Hintermänner dieses Mordes gäbe.
Allzu oft war King bedroht worden. Nicht nur der rassistische Ku-Kux-Klan hatte bereits mehrmals Attentate auf King und andere Aktivisten der Bürgerrechtsbewegung verübt; auch regionale Behörden und Politiker der USA behandelten den Baptistenprediger nicht gerade mit Samthandschuhen.
Die Unterstützung des US-Präsidenten Kennedy und seines Nachfolgers Lyndon B. Johnson hatte King. Aber viele andere Entscheidungsträger hielten an ihren rassistischen Einstellungen hartnäckig fest.
Allein der mutige und beharrliche gewaltfreie Widerstand der Bürgerrechtler nach dem Vorbild von Mahatma Ghandi machte die Bewegung stark und beinahe unangreifbar. Auch die Bespitzelung durch das Federal Bureau of Investigation (FBI) und seinen rassistischen Direktor J. Edgar Hoover sowie dessen Rufmordkampagnen gegen King zeitigten letztlich keine Wirkung.
Auch hatte King frühzeitig weiße Mitstreiter gefunden und seine Bewegung über die „Rassenschranken“ hinweg aufgebaut. War die Bürgerrechtsbewegung ursprünglich als Protest gegen die Rassentrennung in Bussen und beim Schulbesuch entstanden, so richtete sie sich später gegen Armut, eine schlechte Gesundheitsversorgung und gegen den Vietnamkrieg.
Nicht zuletzt die Auszeichnung mit dem Friedensnobelpreis am 11. Dezember 1964 stärkte King nochmals. Nich nur Millionen Menschen mit dunkler Haut, sondern auch ich und viele andere Menschen in Deutschland und Europa teilten Kings Hoffnung auf eine bessere Welt.
Die Sängerin Joan Baez gehörte ebenso wie Harry Belafonte zu Kings häufigen Begleitern. Ihr Lied „We shall overcome“ wurde zur Hymne der US-Bürgerrechtsbewegung.
Am 25. März 2018 ist Baez in Frankfurt noch einmal öffentlich aufgetreten. Ebenso wie King haben US-Bundesstaaten auch ihr einen Feiertag gewidmet. Der Gedenktag für King indes wird bundesweit in den USA begangen.
Um die Bürgerrechte ist es nach dem Amtsantritt von Donald Trump jedoch schlecht bestellt. Beim „March for our Lifes“ knüpfte Kings neunjährige Enkelin am Traum ihres Großvaters an und wünschte sich eine friedliche und gerechte Welt ohne Waffen. Die junge Generation kämpferischer und mutiger Schüler belebt die Tradition der Bürgerrechtsbewegung vor 50 Jahren nun auf eindrucksvolle Weise erneut.
Mit dem Präsidenten Trump zog bedauerlicherweise auch der Rassismus ein ins Weiße Haus. Umso wichtiger ist, am 50. Todestag des Bürgerrechtlers die unerschütterliche Hoffnung Kings und der Bürgerrechtsbewegung laut hinauszusingen: „We shall overcome!“

Advertisements

2 Kommentare zu “Wir werden gewinnen: Der Traum von Martin Luther King lebt

  1. King ahnte wohl, dass er keines natürlichen Todes sterben würde. Ein Mitstreiter wurde gestern im Radio mit den Worten wiedergegeben : „Es ist ein Wunder das er so lange gelebt hat“. Das sagt natürlich viel über die damalige Situation in den Staaten aus. Hoovers Hass auf King ist legendär und die Todesumstände mehr als mysteriös – genau wie bei JFK.
    Kings Engagement gegen den Vietnamkrieg wird ihm auch nicht viele Freunde im Politestablishment gebracht haben, seine konsequente Gewaltlosigkeit hat die radikalen Kräfte in seinen Reihen verärgert, aber seinen politischen Idealen ist er immer treu geblieben.
    Für mich ist M.L.King das gute Amerika, das Gewissen und der gute Geist eines Landes, dass dringend Veränderungen braucht.
    Danke lieber F-J. für den klugen Beitrag.
    Viele Grüße aus dem Vogtland
    Ro

  2. Pingback: Bewegung bei BILD: Drei Kugeln auf Rudi Dutschke | Franz-Josef Hanke

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s