Jeder stirbt für sich allein: Zur Hinrichtung von Elise und Otto Hampel am 8.4.1943

Elise und Otto Hampel wurden am 8. April 1943 hingerichtet. Ihrem mutigen Widerstand gegen den Hitler-Faschismus hat Hans Fallada mit seinem Roman „Jeder stirbt für sich allein“ ein herausragendes literarisches Denkmal gesetzt.
Offenbar war ihm das ein dringendes Herzensanliegen. Fallada vollendete den Roman nach dem wahren Fall der Familie Hampel 1946 innerhalb von nur vier Wochen. 1947 starb der Autor, der unter dem Namen Friedrich Ditzen geboren worden war.
Das Ehepaar Hampel schrieb Postkarten gegen die Barbarei des Nazi-Regimes. Sauber von Hand malte Otto Hampel die Schrift mit seinem Füllfederhalter auf die Karten auf. Er und seine Frau sowie die Verlobte ihres im Krieg gefallenen Sohnes verteilten die Karten heimlich in Treppenhäusern und anderen sichtbaren Stellen innerhalb geschützter Räume.
1942 wurden die Hampels denunziert. Dem folgten Verhöre bei der Geheimen Staatspolizei (GeStaPo) sowie schließlich der Prozess vor dem „Volksgerichtshof“ unter seinem berüchtigten Präsidenten Roland Freisler. Mutig standen die beiden einfachen Leute vor dem geifernden Richter zu ihren Taten und der Kritik am Faschismus.
All das beschreibt Fallada in seinem beeindruckenden Meisterwerk eindringlich und mitreißend. Interessant ist auch seine Darstellung des Ermittlers, der die Hampels festnimmt und verhört. Am Ende ergreifen den Kriminalbeamten Zweifel, ob er damit wirklich das Recht geschützt oder es nicht vielleicht sogar gebrochen hat.
Natürlich hat Fallada diese Geschichte literarisch ausgeschmückt. Dennoch ist sie vermutlich sehr nah an der Wirklichkeit, äußerten doch auch die GeStaPO-Schergen nach den Verhören der „Weißen Rose“ Bewunderung vor Allem für den Mut von Sophie Scholl.
Falladas 1947 erschienener Roman war das erste Buch über Widerstand gegen den Hitler-Faschismus von einem nicht-exilierten Autor. Leider ist er –
ebenso wie Elise und Otto Hampel – bis heute nicht zu der öffentlichen Bedeutung gelangt, die dieser ermutigenden Geschichte gebührt.

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