Frag nicht nach Sonnenschein: Die Mondfinsternis dauert zu lange

Braun bis olivgrün wierd er diese Nacht erstrahlen. 105 Minuten lang bleibt er so. Bei Tiefsttemperaturen um 18 Grad Celsius können die menschen die längste Mondfinsternis dieses Jahrhunderts bei klarem Himmel bewundern.
Direkt unterhalb des Monds erscheint rötlich der Mars. Als winzigen Lichtpunkt können Sternengucker mit Fernglas die internationale Raumstation ISS im Vorbeiflug ausmachen. Von dort schaut der deutsche Astronaut „Astro_Alex argwöhnisch auf das Trauerspiel auf seinem Heimatplaneten hinab.
„Heimat“ brüllen viele. Doch wer sorgt dafür, dass diese Erde den Menschen eine Heimat bleibt?
Ausgebrannt und ausgetrocknet durch die Gier gigantischer Konzerne, fängt

der Wald Feuer für die Vernichtung der Zukunft. Lug und Betrug in Wirtschaft und Politik zündeln an der Demokratie. Gerichte werden weder geachtet, noch demokratisch besetzt.
Nicht nur die CSU in Bayern läuft den Rechtspopulisten von der AfD mit rassistischem Schaum vor dem Mund hinterher. Auch Die Grünen Hessen stimmen im Eilverfahren dem Überwachungsstaat zu. Polizeigesetze und der Ausbau des sogenannten „Verfassungsschutzes“ gefährdet Meinungsfreiheit und Demonstrationsrecht.
Im Innern wie nach außen wird die Überwachung ausgebaut. Inzwischen soll es kriminell sein, Ertrinkende aus dem Mittelmeer zu rettn. Menschenleben zählen längst schon nicht mehr.
Humanität und Ethik werden auf einem digitalen Friedhof begraben. Das „Recht des Stärkeren“ tritt an die Stelle des Rechtsstaats und der Solidarität mit den Schwächeren. „Ich, ich, ich“ brüllen sie alle und stoßen mit spitzen Ellenbogen alle anderen weg.
Die Beteiligten leugnen ihre Verantwortung. Sie leugnen den Klimawandel und – zumindest durch ihren Umgang mit macht und Machtkontrolle – letztlich auch den Holocaust.
Doch der Mond strahlt. Er blickt herab zur Erde auf die junge Schwedin, die in einem Flugzeug aufgestanden ist und so die Abschiebung eines 52-jährigen Mannes nach Afghanistan verhindert hat. Der Mond sieht die vielen heimlichen Helden, die der Menschlichkeit tagtäglich und auch nachts oft unbemerkt ein freundliches Gesicht verleihen.

 

Advertisements