Fataler Angriff auf das logische Denken: 20 Jahre Schlechtschreibdeform

Diese „Reform“ war überflüssig wie ein Kropf. Zudem hat sie ihre Ziele nicht erreicht. 20 Jahre danach ist das offensichtlich.
Am 1. August 1998 trat die sogenannte „Rechtschreibreform“ in Kraft. Sie sollte die Rechtschreibkompetenz der Bevölkerung strärken. Erreichen wollte sie das durch eine angebliche „Vereinfachung“ der Rechtschreibung.
Dabei folgte sie einem absolut hirnrissigen Gedanken: Wenn sich 20 Prozent der Leute nicht an die Regeln halten, machen wir die Regeln einfacher. Ändern wir die Regeln also so, wie die Leute ohnehin schon handeln!
Das entspricht etwa der Devise: Wenn 20 Prozent der Bevölkerung ihre Mitmenschen beklauen, schaffen wir die Strafbarkeit von Diebstahl ab! Wenn 20 Prozent der Männer Frauen belästigen, erlauben wir sexuelle Belästigung als etwas ganz Normales!
Waren einige wenige Änderungsvorschläge durchaus sinnvoll, so verstießen die meisten neuen Regeln gegen grundlegende Gesetze der Logik. Das führte dazu, dass niemand sie verstand und dementsprechend überhaupt anwenden konnte.
Am Ende schrieben alle irgendeinen Unsinn, weil sie in den geänderten Regeln keinen Sinn verstehen konnten. So wurde die mangelnde Rechtschreibkenntnis nach und nach durch ein immer schlechteres Textverständnis ergänzt.
Letztlich ist es sinnvoll, sich bei der Rechtschreibung nicht an irgendwelche unsinnigen Regeln selbsternannter Rechtschreib-Experten zu halten, sondern an den gesunden Menschenverstand und die unabweisbare Logik. Sprache ist letztlich Ausdruck logischen Denkens und angewandte Logik Ergebnis eines – an der Anwendung der Sprache geschulten – Denkens. Leider waren die Urheber der sogenannten „Rechtschreibreform“ vom 1. August 1998 keine besoders überzeugenden logischen Denker.
Die Regelsetzung durch selbsternannte „Sprachexperten“ sollte seither eigentlich gründlich genug diskreditiert sein. Aber diese Versager machen weiter, wenngleich sie inzwischen etwas vorsichtiger vorgehen. Dabei wäre es im Zeitalter von Internet ja durchaus möglich, Regelveränderungen umfassend zu begründen und dann demokratisch zur Diskussion zu stellen.

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