Frech, froh, fröhlich, frei: Anregende Utopien statt aggressiver Urinstinkte

„Besorgte Bürger“ oder „Wutbürger“ nennen allzu viele die Hetzer im Internet oder auf – nicht nur sächsischen – Straßen. Als „braune Brut“ beschimpfen sie andere.
Für Leute, die andere allein wegen ihres Aussehens und ihrer Hautfarbe angreifen, gibt es nur ein zutreffendes Wort: Sie sind „Nazis“. Jede andere Benennung wäre verharmlosend und damit gefährlich beschwichtigend.
„Braune Brut“ aber ist zwar eine Aliteration mit ekelerregenden Assoziationen, doch gerade sie entmenschlicht die Betroffenen in einer Weise, die an faschistische Verhaltensmuster angrenzt. „Brut“ ist ein Begriff aus der Rasseideologie der Nationalsozialisten, den überzeugte Gegner des Faschismus besser nicht ungeprüft in den Mund nehmen sollten. Viele aggressive Töne vermeintlicher Antifa-Vertreter klängen überaus erschreckend, würd e man in ihren Kampfansagen das Wort „Nazi“ durch „Jude“ ersetzen.
Den Rechtspopulisten durch Aufklärung entgegenzutreten, wie viele es fordern, ist zwar richtig, erweist sich aber als gar nicht so einfach: Mit Fakten kann man Menschen kaum überzeugen, die nur glauben, was sie glauben wollen. Mit Vernunft kann man tief verinnerlichte Urängste kaum überwinden.
Auch mit Kritik wird man die geifernden Eiferer gegen Geflüchtete kaum von ihren Tiraden und dem daraus leider immer öfter erwachsenden Angriff auf andere Menschen abhalten können. Nörgelei hilft nicht viel gegen Nörgler.
Fröhlich und frech könnte man manche vielleicht noch am ehesten erreichen. Nicht mit misanthropischen Beschwerden über ausufernden Rassismus gewinnen die Freunde eines weltoffenen Europas die Herzen, sondern mit originellen Ideen und umwerfenden Utopien. Das Gute kann man am ehesten mit guten Ideen erreichen und nicht mit dem Schlechtreden des Schlechten.
Eine „Seebbrücke“ beispielsweise ist so eine sehr gute Idee. Miteinander in Vielfalt feiern ist auch ein guter Ansatz. Noch besser wären aber noch kreativere Einfälle als Gegensatz zur wütenden Einfalt verklemmter Angsthasen.
Dabei sollten sich die Befürworter einer lebenswerten Zukunft zugleich auch auf Zukunftsthemen wie Umweltschutz, erschwinglichen Wohnraum, bessere Bildung und eine lebendige Kultur für Alle konzentrieren. Beispielsweise könnten sie den Abgeordneten, die gegen den Kohleausstieg intigrieren, ein paar Kohlen in die Hand drücken mit dem Hinweis: „Wir wissen, warum Ihr den Kohlausstieg verhindern wollt!“
Auf öffentlichen Plätzen könnten die Befürworter erschwinglichen Wohnraums zelten. Außen an die Behausungen könnten sie schreiben: „Wenn Wohnraum zum Wahnraum und Mieten zum Alptraum werden, können wir nur noch mit Planen planen“.
Vor angekündigten Nazi-Aufmärschen könnte man am Ort des Geschehens flächendeckend Flugblätter verteilen. Darin würde die Nazi-Demo dann als „Manifestation für die Notwendigkeit besserer Bildung“ angekündigt.
Eine lebendige Kultur braucht viele neue Ideen. Geflüchtete und gelangweilte Ureinwohner könnten zusammen Kabarett machen und damit auf öffentlichen Plätzen auftreten. Statuen könnten die Erfahrungen der Menschen mit der Politik illustrieren nach dem Motto „Ein Platz im Parlament mit Klebstoff dran regt alle Karrieristen zum Kandidieren an“.
Der Ideen könnte es viele geben. Sicherlich gäbe es genügend wesentlich bessere Einfälle als diese einfältigen Versuche einer Anregung. Aber Anregungen zum Denken sind auf jeden Fall tausendmal besser als die Erregung von Ängsten udn zerstörerischen Urinstinkten.

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Ein Kommentar zu “Frech, froh, fröhlich, frei: Anregende Utopien statt aggressiver Urinstinkte

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