Meine Vorsätze für 2019: Überlassen wir die Flüchtlinge nicht den Rechtspopulisten!

Nicht ohne Scham beginne ich das Neue Jahr. Wie tief ist doch Europa gesunken, dass es all diese Verbrechen gegen die Menschlichkeit hinnimmt, die unmittelbar vor seinen Grenzen nahezu täglich verübt werden.
„Tun durch Unterlassen“ nenne die Juristen das, wofür Verantwortliche eigentlich strafrechtlich belangt werden müssten. Tatenlos sehen sie zu, wie Flüchtlinge auf dem Mittelmeer ertrinken; oder sie verhindern gar ihre Rettung durch private Hilfsorganisationen.
Die „Festung Europa“ ist eine grausame Trutzburg der Menschenverachtung. Italiens Innenminister Matteo Salvini ist nur einer von vielen Rechtspopulisten, die für ihre Wahlergebnisse buchstäblich über Leichen gehen. Doch auch deutsche Politiker sind kaum besser, wenn sie ständig von „Abschieben“ reden und den „Schutz der Außengrenzen Europas“ fordern.
Längst ist die Politik der rassistischen Hetze auf den Leim gegangen. Die Wertmaßstäbe sind dabei in doppeltem Sinne verrückt und „Härte“ gilt fast allen mehr als „Humanität“.
Wie konnte es nur so weit kommen, dass Alexander Gauland und Björn Höcke diktieren, wie deutsche Behörden mit geflüchteten Menschen umgehen? Wie konnten wir nur zulassen, dass Horst Seehofer und Hans-Georg Maaßen eine Hetzjagd auf Menschen mit dunkleren Haaren oder dunklerer Haut verharmlost haben und trotzdem – zumindest vorerst – im Amt geblieben sind? Was haben wir falsch gemacht?
Gewiss, wir haben unsre Stimme erhoben und sind auf die Straße gegangen. Wir haben mitdemonstriert am 7. September 2018 in Marburg unter dem Motto „Wir sind mehr“ oder – zumindest im Geiste – bei „Wir sind unteilbar“ in Berlin.
Was aber tun wir im Alltag? Wie zeigen wir den Verantwortlichen in Politik und Behörden, dass wir von ihnen die strikte Verfassungstreue ganz besonders zu den artikeln 1 und 16 a erwarten? Wie machen wir allen klar, dass nicht die Hetzer mit ihrem Hass gegen Geflüchtete die Mehrheit der Deutschen stellen, sondern wir mitfühlenden Menschen mit großer Sympathie oder zumindest Empathie für diejenigen, die vor Krieg und Hunger, politischer Verfolgung oder der Versklavung durch Terroristen geflohen sind?
Für 2019 möchte ich einen Weg finden, um allen klar zu machen, dass ein Land ohne Humanität nicht lebenswert ist. Ich möchte allen klar machen, dass der Reichtum einer Gesellschaft auf ihrer Vielfalt und Offenheit beruht. Ich möchte allen klar machen, dass es in Deutschland nie wieder Faschismus geben darf und nie wieder Hass gegen Menschen, die in irgendeiner Weise vielleicht etwas anders sind als andere.
Wollt Ihr mitmachen! Schreibt bitte auf, was Ihr 2019 für eine lebenswerte Gesellschaft in Vielfalt und Respekt tun möchtet und teilt es mir mit! Ich freue mich auf viele anregende Kommentare und Beiträge.

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6 Kommentare zu “Meine Vorsätze für 2019: Überlassen wir die Flüchtlinge nicht den Rechtspopulisten!

  1. Schöne und sehr gute Überlegungen. Es stimmt, wir müssen etwas tun. Die Hetzer, Lärmer und Hasser haben dieses Land verändert. In kürzester Zeit hat sich das politische Klima und der Umgang miteinander radikal verändert. Unrühmlich ein Seehofer, der nicht die Klugheit besitzt Zusammenhänge zu erkennen und vorausschauend zu wirken. Leider nur ein Beispiel. Wie es aussieht will die Linke im Bundesrat dealen, zu Lasten einer moderaten Flüchtlingspolitik. Bei den anderen Parteien sieht es ähnlich aus. Man hat dort Angst vor Stimmen- und Machtverlust.
    Wir müssen den demokratischen Parteien zeigen, dass es nicht nur der rechte Rand der Gesellschaft ist, der wählt. Das Motto „Wir sind mehr“, dass so selbstbewusst und einprägsam klingt, muss auch im täglichen Leben präsent sein.
    Bis jetzt nur Meinung und Theorie von mir. Ich habe mir aber fest vorgenommen noch mehr als bisher meine Meinung zu äußern, auf die Parteien zuzugehen und einen anständigen Umgang mit den Asylanten zu fordern. Unbedingt will ich dieses Jahr auch mit den positiven Menschen in Kontakt treten, die in meinem Vogtland für ein gutes Miteinander sorgen und sich engagieren. Vielleicht kann ich sogar etwas helfen.
    Privat habe ich wieder tolle Besuche von Konzerten und schöne Marathons geplant.
    Viele Grüße aus dem Vogtland
    Ronald

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  6. Viele Vorschlaege sind ja nicht eingegangen.
    Wie das wohl kommt?
    Mir vollkommen unbegreiflich.
    Wollen die Menschen denn kein Paradies der Humanitaet und so?

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