Marburg für Menschenwürde: Ich seh Not wegen Seehofers Haltung zur der Seenot

Ein unwürdiges Trauerspiel nimmt seinen Lauf. Europa versagt, indem es geretteten Flüchtlingen die Aufnahme versagt.
32 Menschen hat die „Sea Watch 3“ auf dem Mittelmeer aus Seenot gerettet. Bei stürmischer See wartet das Schiff nun mit traumatisierten Männern, Frauen, Kindern und einem Säugling an Bord auf einen sicheren Hafen. Ihre unsichere Lage ist für die Geretteten dabei noch schlimmer als die Seekrankheit.
Mehr als 30 Städte in Deutschland sowie etliche weitere in ganz Europa haben angeboten, die Flchtlinge von der „Sea Watch“ aufzunemen. Doch die menschenverachtenden Politiker in Berlin, Rom, auf Malta und in Brüssel verzögern die Hilfe für diese hilfsbedürftigen Menschen aus purer Heischerei um rechtspopulistische Wählerstimmen.
Selbst die Aufnahmebereitschaft der Städte, die diesen Menschen einen „Sicheren Hafen“ bieten wollen, hat sie bislang noch nicht zur Aufnahme der Schiffbrüchigen bewegt. Unter den Städten, die sich hier positiv hervorgetan haben, ist auch Marburg. Alle 32 Schiffbrüchigen wolle die Stadt aufnehmen, erklärte Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies bereits kurz nach Weihnachten in einem Brief an Bundesinnenminister Horst Seehofer.
Allein Marburg könnte also all diese Menschen unterbringen und versorgen. Dass sich die Politiker dennoch weiterhin streiten, ist nicht nur unwürdig, sondern kriminell. Wer Menschen, die der Hilfe bedürfen, schutzlos im Ungewissen belässt, ist der Aufgabe verantwortlichen politischen Handels ganz offenkudnig nicht gewachsen.
Manchmal bin ich richtig verärgert auf diese Politiker, die den Rechtspopulisten hinterherrennen, statt sich an ihren Amtseid und das Grundgesetz zu halten. Trauer, Wut und Scham erfüllen mich ob dieser Menschenverachtung vor allem angesichts der schlimmen deutschen Geschichte, die für sie aber offenbar nur „Vogelschiss“ ist.
Manchmal bin ich richtig froh, in Marburg zu leben. Diese Stadt tickt doch etwas anders als andere Städte. Dafür bin ich allen Bewohnern ebenso dankbar wie denen, die ihre politische Verantwortung für dieses Gemeinwesen ernst nehmen.

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