Hackerangriff aus dem Kinderzimmer: Das ist kein Spiel

Ein 20-jähriger Schüler hat geheime Daten zahlreicher Prominenter ins Internet gestellt. Angeblich hatte er sich über öffentliche Äußerungen seiner opfer geärgert.
Das zumindest nannte der junge Mann aus Homberg/ohm den Ermittlern als Motiv für seine großangelegte Hackeraktion. Tagelang hatte er mit seinem kriminellen Treiben die Nachrichten in Deutschland mitgeprägt. Eine Ausweitung des Cyber-Abwehr-Zentrums und eine Novellierung des Cyber-Sicherheitsgesetzes wurden als Konsequenz auf seine Tat angekündigt.
Als „Hackerangriff aus dem Kinderzimmer“ bezeichneten Journalisten nun seine Aktion. Der junge Mann habe keine IT-Ausbildung besessen, wohl aber einschlägige Kenntnisse wie viele Jugendliche. Zudem verfügte er über viel Zeit, die er meist am Computer verbrachte.
Wenn nun also schon Kinder dieses Land in Angst und Schrecken versetzen, wieviel mehr muss man da professionelle Hacker beispielsweise ausländischer Geheimdienste fürchten! Was bei der Abstimmung zum Brexit und der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten möglicherweise an Manipulationen geschehen sein könnte, das lässt vermutlich nur einen Bruchteil dessen erahnen, womit wir künftig noch rechnen müssen!
Zu erwarten ist, dass Datenschutz wohl bald überlebenswichtig für die Demokratie werden wird. Wer angesichts dessen noch Trojaner für ein probates Mittel der Ermittler hält, der hält offenbar nicht viel von Freiheitsrechten. Haltung kann sich nämlich nur leisten, wer dadurch keine harten Konsequenzen für Leib und Leben befürchten muss.

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