Die Umwelt braucht Hilfe: Elektrobusse aus China statt Daimler-Diesel?

Offenbar hielten sie sich für sakrosankt. Die Politik der Bundesregierung bestärkt die Autoindustrie in ihrer Arroganz.
Der Betrug tausender Käufer von Dieselfahrzeugen hat in Deutschland offenbar keine schwerwiegenden Konsequenzen. Für die dadurch verursachten Schäden muss weder die Automobilindustrie haften noch deren betrügerische Manager. Vielmehr machen sie weiter wie bisher.
Die Kunden können mit ihren Dieselfahrzeugen nicht mehr in jede Stadt hineinfahren. Für diese Dieselfahrverbote will die CDU aber nicht die Hersteller der Autos verantwortlich machen, sondern die Deutsche Umwelthilfe (DUH). dabei hat dieser gemeinnützige Verein vor zahlreichen Gerichten nur geltendem Recht zum Schutz der Gesundheit von Millionen Menschen zur Wirkung verholfen.
Doch selbst den eigenen Betrug wollen die dreisten Dieselgangster noch gewinnbringend ausnutzen: Standhaft weigern sie sich, einer Hardwarenachrüstung ihre Zulassung zu erteilen. Stattdessen wollen sie ihren betrogenen Kunden erneut teure Autos andrehen.
Die Entwicklung zukunftsweisender Antriebstechnologien hingegen haben die deutschen Automobilkonzerne verschlafen. In ihrer Arroganz hielten sie die Umstellung auf Elektromobilität wohl für unnötig. Vermutlich glaubten sie, ihnen könne trotz der Manipulation an der Steuersoftware für die Abgasregulation rein gar nichts geschehen.
Währenddessen haben Automobilkonzerne aus Japan und Korea die Hybrid- und Elektroautos zur Serienreife entwickelt. Auch ein Konzern aus den Vereinigten Staaten von Amerika (USA) ist den einstigen deutschen Technologievorreitern weit voraus. Mit „selbstfahrenden Autos“ drängen auch Elektronikkonzerne wie Google auf den Markt.
Derweil schaffen es die deutschen Bushersteller nicht einmal, die Bestellungen der beiden größten deutschen Stadtbusbetriebe Berlin und Hamburg im gewünschten Zeitraum zu erledigen. Die Hamburger Hochbahn (HHA) und die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) wollten ihre Busflotte auf Elektroantrieb umstellen, doch Daimler und MAN können nicht schnell genug liefern.
Der chinesische Bushersteller Alfabus steht jedoch bereits bereit, um in Italien produzierte Elektrobusse nach Deutschland zu verkaufen. Der polnische Bushersteller Solaris bietet – ebenfalls mit Unterstützung aus China – Elektrobusse zu günstigeren Preisen an als die deutsche Konkurrenz. MAN und Daimler haben ihre Zukunft offenbar selber vergeigt.
Bereits 1986 hatte Mercedes-Benz in seiner Arroganz auf die Entwicklung von Niederflurbussen verzichtet. Diese technologie werde sich nicht durchsetzen, entgegneten Manager den Behinderten, die sich für einen „Omnibus für Alle“ engagierten. 1991 stellte Daimler dann doch einen eigenen Niederflurbus vor, dessen U-förmige Portalachsen vom schärfsten Konkurrenten MAN eingekauft worden waren.
Macht macht arrogant. Diese Arroganz kann auf Dauer aber zum Verlust der Macht führen. Diese Entwicklung kann man bei der deutschen Autoindustrie seit einigen Jahren beobachten.
Derweil hat Luxemburg den kostenlosen Öffentlichen personennahverkehr (ÖPNV) im gesamten Land ab dem 1. März 2020 angekündigt. Ähnliche Regelungen werden in Deutschland selbst in kleineren Städten immer noch für „unfinanzierbar“ erklärt. Die Bundesregierung stützt lieber eine rückwärtsgewandte Autoindustrie mit ihrem überkommenen Konzept eines Individualverkehrs mit Verbrennungsmotor als zukunftsweisende Konzepte der Verkehrswwende zugunsten eines nachhaltigen Klimaschutzes.
Hinge davon nicht das Überleben und die Gesundheit der Menschen ab, könnte man MAN und Daimler-Benz ja getrost den viel gepriesenen „Kräften des Marktes“ überlassen. Doch Millionen Menschen brauchen saubere Luft und ein menschenfreundliches Klima. Deshalb wird es allerhöchste Zeit, dass das Klima für die Handlanger der betrügerischen Autolobby in der Politik deutlich härter wird!

Werbeanzeigen