Gedanken zu ihrem Geburtstag: Erdmuthe Sturz würde heute 69

Erdmuthe Sturz hätte heute Geburtstag. Meine Ehefrau starb am 28. September 2000 mit nur 60 Jahren.
Fast 19 Jahre lang haben wir gute und schlechte Zeiten miteinander durchgemacht. Vor allem ihre letzten Lebensjahre und ihre Krebserkrankung haben uns eng und innig zusammengeschweißt. Dadurch habe ich gelernt, was Leben heißt.
Erdmuthe hat mich sehr vieles gelehrt. Sie war sehr sprachgewandt und gebildet, zugleich aber humorvoll und kreativ. Vor allem ihre Heiterkeit angesichts der schweren und schmerzhaften Krankheit hat mich sehr tief berührt.
Seitdem weiß ich, dass man Gesundheit nicht als ohnehin vorhandenen Teppich missachten darf, auf dem man mit beiden Beinen im Leben steht. Vielmehr ist Gesundheit eine Blume, die sich am Fenster emporrankt und blüht, bis sie irgendwann einmal verwelkt. Diese Blume muss man gießen und voller Freude anschauen, damit sie einen möglichst lange erfreue.
Auch die Zeit ist ein flüchtiges Reh, das schnell auf und davon ist, kaum dass man es im Dickicht des Waldes entdeckt hat. Seine begrenzte Lebenszeit sollte man deshalb sinnvoll nutzen und nicht mit unnötigen Klagen oder Hass vergeuden, sondern mit Freude und Freundlichkeit anfüllen. Am Ende seiner Tage muss jeder Rechenschaft ablegen, was er Gutes getan hat für sich, für andere Menschen und für die Welt.
All das kommt mir in den Sinn angesichts des Geburtstags von Erdmuthe Sturz. Nachdem ich zunächst mit ihrem Tod gehadert hatte, bin ich heute überaus dankbar für die gemeinsame Zeit, die sie mir geschenkt hat. Freude mischt sich deshalb in meine Trauer und Dankbarkeit dafür, dass ich an ihrer Seite leben und ihr Mut machen durfte, zu kämpfen gegen den Krebs.

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