75 Jahre D-Day: Macht den Multilateralismus machtvoller!

Als „D-Day“ ist der 6. Juni 1944 in die Geschichte eingegangen. Die größte militärische Landeaktion der Menschheit steht für die Kraft gemeinsamen Handelns vieler Regierungen.
Was am Mittwoch (5. Juni) die Feiern zum 75. Jahrestag des „D-Day“ im britischen Portsmouth eindringlich in Erinnerung gerufen haben, ist die Notwendigkeit des Multilateralismus. Doch obwohl Donald Trump an der Inszenierung des Rückblicks auf die Militäraktion teilnahm, steht er weiterhin für nationalistischen Unilateralismus.
Der „D-Day“ konnte den Beginn des militärischen Niedergangs von Nazi-Deutschland nur dank der Kraft der Alliierten einläuten. Vom Osten nahm die Sowjetunion und dann auch vom Westen aus der Normandie nahmen alliierte Truppen die deutsche Wehrmacht in die Zange.
Doch der „D-Day“ war ein überaus blutiger Tag. Tausende junger Soldaten starben noch am Strand der Normandie. Tausende fielen bei den anschließenden Kämpfen in Frankreich und Deutschland.
Auch die Zivilbevölkerung wurde von den Alliierten nicht geschont. In diesem Punkt waren sie kaum viel zimperlicher als der menschenverachtende Diktator Adolf Hitler. Allerdings hatte er „den totalen Krieg“ angefangen, der die Bevölkerung im Feindesland mit Bombardements von Städten mürbe machen sollte.
Die Lehre aus der Geschichte nach all dem ist die Notwendigkeit von Kooperation und Diplomatie. Eine weitere Lehre ist aber auch die konsequente Achtung der Menschenrechte. Schließlich ist auch die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg und seine Greuel wichtig, um vor leichtfertigem Spiel mit dem Feuer zu warnen.
„Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg“ war die Forderung der Überlebenden der Shoa in Deutschland. Diese Gleichsetzung von Faschismus und Krieg war kein Zufall: Krieg beinhaltet in der Regel eine faschistoide Herabwürdigung der Menschen im „Feindesland“ als weniger lebenswert gegenüber den Bewohnern des eigenen Landes.
Offenbar haben viele diese Lehre nicht verstanden. Leider gehört nicht nur Trump zu diesen Ignoranten. Die Stärkung nichtmilitärischer Konfliktlösungsansätze bleibt eine dringliche Aufgabe der Politik weltweit.

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