Klimawandel: Neoliberalismus hat Solidarität verdrängt

Der Klimawandel hat längst zugeschlagen: Statt eines menschlichen Klimas der Solidarität leben wir seit Jahren in einer beklemmenden Atmosphäre ausbeuterischen Drucks. Geld und Gier regieren Wirtschaft, Politik und Alltag.
„Die Märkte“ haben alles zu Geld gemacht, was ihre Propagandisten erreichen konnten. Infrastruktur, Sozialsysteme, Daseinsvorsorge und Natur wurden dem Diktat der „Wirtschaftlichkeit“ unterworfen und ausgeplündert.
Menschen werden nach Verwertungsinteresse beurteilt. „Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen“, lautet die neoliberale Devise vom „Lebensunwerten Leben“ heute etwas zugespitzt.
„Solidarität“ ist zum Fremdwort geworden. Wer den Ausdruck dennoch benutzt, wird mit einem Naserümpfen verächtlich gemacht oder zynisch als „Sozialromantiker“ abgetan.
„Sozialromantiker“ ist der neoliberale Kampfbegriff gegen all diejenigen, die ethisches Handeln noch anmahnen oder gar vorleben. „Moral“ oder „Ethik“ werden ebenso verächtlich gemacht wie Philosophie, die man durch die Bezeichnung von Werbepamphleten als „Firmenphilosophie“ ebenso dem Nützlichkeitsinteresse der Wirtschaft unterwirft wie durch ihre gelegentliche Kurzdarstellung sogenannter „Philosophen“ in flachbrüstigen Fernsehtalkshows.
„Karriere“ ist das Ziel, das die neoliberale Sicht auf die Welt den Einzelnen vorgibt. Das Bedürfnis der meisten Menschen nach Tiefgang und Bindung wird durch die hektische Betriebsamkeit des Arbeitsalltags und die Forderung andauernder Verfügbarkeit an den Rand gedrängt. Permanente Berieselung mit niveauloser Unterhaltung soll von der dadurch vorgegebenen Sinnkrise ablenken.
„Klimakatastrophe“ ist deshalb nicht nur das richtige Wort für den Zustand der äußeren Welt, sondern auch zur Beschreibbung des menschlichen Miteinanders. Egoismus, Hass und Hetze oder Depressionen prägen nicht nur die sogenannten „Sozialen Medien“, sondern auch das Leben vieler vereinsamter Individuen. Die Dürre der Wälder spiegelt die innere Austrocknung vieler Menschen wider, die sich nach Aufmerksamkeit und Fürsorge sehnen.
Der drohenden Klimakatastrophe kann die Menschheit nur begegnen, wenn sie auch das menschliche Klima in den Blick nimmt. Das mutige Eintreten vieler Schülerinnen und Schüler bei „Fridays for Future“ ist ein hoffnungsfrohes Zeichen gelebter Solidarität ohne Unterwerfung unter den Druck einer immer sinnloser werdenden Schulpflicht angesichts fehlender moralischer Werte im neoliberal geprägten Unterricht.

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3 Kommentare zu “Klimawandel: Neoliberalismus hat Solidarität verdrängt

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