Das Arbeitsklima der Zukunft: Global denken, vor Ort handeln

„Global denken, vor Ort handeln!“ Dieses Mottto der internationalen Friedensbewegung der 80er Jahre gilt nicht nur für Waffen und Kriege, sondern auch für eine zukunftsfähige Wirtschaftspolitik.
Jeder vernünftige Mensch weiß längst, dass Waffenhandel und Rüstungsindustrie schädlich sind. Wertvolle Ressourcen verschwenden sie für schädliche Zwecke. Sowohl mit der Produktion ihrer Güter als auch bei deren Einsatz schädigt die Waffenlobby Klima, Menschen und Umwelt.
Offenbar regiert aber das Geld unangefochten weiter die gesamte Welt. Wie sonst wäre es möglich, dass nach wie vor wie im Jemen und Syrien brutale Kriege geführt und alle beteiligten Kriegsparteien von verschiedenen Seiten mit Waffen beliefert werden? Wie sonst ist zu erklären, dass Waffenhandel immer noch nicht weltweit geächtet und auch konsequent unterbunden wird?
Eine unrühmliche Rolle bei der Aufrechterhaltung des unverantwortlichen Rüstungswahnsinns haben leider aber auch Gewerkschaften gespielt. Die fortwährende Überhöhung von Arbeitsplätzen als unantastbarer Wert ohne Hinterfragung ihrer gesellschaftlichen und ökologischen Schäden muss aufhören. Der Einsatz für Jobs in der Rüstungsindustrie gleicht der Forderung nach mehr tödlichen Unfällen und Morden zugunsten von Arbeitsplätzen für Totengräber und Leichenbestatter.
Gleiches gilt auch für die beschäftigung im Braunkohletagebau oder der Automobilindustrie. Wer für Arbeitsplätze in klimaschädlichen Industrien eintritt, der zerstört damit die Zukunft der gesamten Menschen und zugleich ihre Möglichkeit, in späteren Jahrzehnten gesellschaftlich und ökologisch sinnvolle Arbeitsplätze anzubieten. Dabei eröffnet gerade ein konsequenter Kampf für mehr Klimaschutz ungeahnte möglichkeiten überaus wünschenswerter Arbeitsplätze.
Schon jetzt werden geschulte Kräfte in Pflegge und Kinderbetreuung, Schule und Umweltschutz sowie im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) und im Fernverkehr der Bahn gesucht. Ein zügiger Ausbau elektrisch betriebener Massenverkehrsmittel ist jedoch ein wichtiger Baustein für wirksamen Klimaschutz. Darum sind Weiterbildungs- und Umschulungsprogramme zugunsten zukunftsorientierter Arbbeit möglichst rasch vonnöten.
Auch beim Transport von Waren und Dienstleistungen muss die ökologische Kalkulation von Wegen und Lieferketten mehr Gewicht erhalten. Futtermittel oder Fleisch aus dem Regenwald hat in Europa nichts zu suchen. Die ökologische Landwirtschaft in räumlicher Nähe zu den Verbrauchenden ist das richtige Ziel.
Die gezielte Vernetzung regionaler Strukturen bei Handel und Dienstleistungen darf allerdings nicht zu einem selbstzentrierten Egoismus verkommen. Die Möglichkeit eines kulturellen und politischen Austauschs mit Menschen in aller Welt gehört zum großartigen Reichtum des Internetzeitalters. Dabei bedarf es größerer Impulse zur Öffnung der Informationskanäle zwischen Afrika, Asien und Lateinamerika einerseits und Nordamerika sowie Europa andererseits.
Die Bevorzugung der Nachrichten aus den Vereinigten Staaten von Amerika (USA) gegenüber dramatischeren Ereignissen in der sogenannten „3. Welt“ sollte zugunsten einer gerechteren Medienpraxis aufhören. „Fairnews“ ist dabei ein ebenso wichtiges Motto wie „Fairtrade“ und die Ächtung von Kinderarbeit und faktischer Sklaverei.
Am Ende gehört die neoliberale Ideologie und die von ihr herbeigezwungene ausplünderische Weltordnung endgültig auf den Müllhaufen der Geschichte. Vor allem sie ist verantwortlich für Ausbeutung von Mensch und Natur, für Klimawandel und Krieg sowi für Hunger und Elend als wesentliche Ursache von Vertreibung und Flucht. Eine gerechtere Welt ist möglich, wenn wir alle mit unseren begrenzten Möglichkeiten dafür eintreten.
„Greta Thunberg hat gezeigt, dass auch Einzelne die Welt verändern können.“ Mit diesem Hinweis begründete Uexküll nicht nur die Vergabe des „Rightly Lifelyhood Award“ –
auch „Alternativer Nobelpreis“ genannt – an die 16-jährige Schwedin, sondern auch die Aufforderung an alle anderen Menschen, sich für eine bessere Zukunft einzusetzen.

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