Thüringen: Linke mit 29,5% Sieger vor AfD mit 24%, aber Ramelow verliert trotzdem

Bodo Ramelow hat gewonnen. Sein Amt als thüringischer Ministerpräsident verliert er warhscheinlich aber trotzdem.
Nach der ersten Wahlumfrage von infratest dimap kommt Die Linke bei der Landtagswwahl in Thüringen auf 29,5 Prozent. Zweitstärkste Partei wird demnach die AfD mit rund 24 Prozent. Erst an dritter Stelle landet die CDU mit 22,5 Prozent.
Vierte Partei würde demnach die SPD mit 9,5 Prozent vor Bündnis 90/Die Grünen mit 5,5 Prozent. Bei einem Wert von 5,0 Prozent in der Wahlnachfrage steht es für die FDP kritisch, was ihren Einzug in den Erfurter Landtag betrifft.
In jedem Fall dürfte es für ein rot-rot-grünes Bündnis nur dann reichen, wenn sich ihm auch noch die FDP anschlösse. Das ist aber angesichts ihres Abschneidens und ihrer neoliberalen Grundhaltung mehr als fraglich. Allerdings könnten auch die anderen Parteien nur eine Koalition bilden, wenn sie zuvor gegebene Wahlversprechen brächen.
Offensichtlich hat die offen rassistische Politik von Björn Höcke der AfD kaum geschadet. Ohne die hohe Wahlbeteiligung von 65,5 Prozent hätte sie sogar noch besser abgeschnitten. Das ist die traurigste Seite des Wahlergebnisses vom 27. Oktober.
Der CDU wiederum nutzt es nach bisheriger Erfahrung wenig, wenn sie sich bei rechten Wählern anbietet. So hat ihr Spitzenkandidat Mike Mohring das schlechteste Ergebnis erzielt, das die CDU jemals in Thüringen erreicht hat. Auch seine strikte Abgrenzung zur Linken erweist sich nun als schwerwiegende Hypothek bei der Regierungsbildung.
Am Ende des Wahltags bleibt ein gewisser Katzenjammer zurück: Die AfD hat die Koalitionsbildung in Thüringen nicht gerade erleichtert. Sie hat Hass und Hetze gestreut in den Wahlkampf und wird das nun noch stärker wohl auch im Thüringischen Landtag tun.
Nach alledem sieht es ganz so aus, als ob der Wahlgewinner Ramelow am Ende sein Amt verlieren dürfte. Angesichts seiner durchaus erfolgreichen Politik in Thüringen wäre das mehr als schade.
Aber vielleicht springt Mohring ja doch noch über seinen Schatten und unterstützt Ramelow. Fatal wäre es jedenfalls, wenn er sich mit Höckes AfD einließe. Letztlich hat die CDU dem Erstarken dieser rechtspopulistischen Partei sowie eigenen Fehlern in der Vergangenheit ihr schlechtes Abschneiden zu verdanken.