Hingekniet: Mein persönlicher Beitrag zum Kampf gegen Rassismus

Rassismus ist ein drängendes Problem nicht nur in den USA. Auch Polizeigewalt gibt es nicht nur dort.
Der schockierende Tod von George Floyd macht mich zornig und traurig zugleich. Hoffnung hingegen gibt mir die Welle der Empörung darüber, die derzeit durch die gesamte – leider nicht immer zivilisierte – Welt rollt. Sie zeigt, dass immer mehr Menschen nicht mehr hinnehmen wollen, was längst unerträglich war.
Meinen Beitrag zum Umdenken möchte ich mit einer kleinen Serie auf meinem Blog www.fjh-marburg.de und der Website der Humanistischen Union Marburg unter www.hu-marburg.de leisten. Darin möchte ich über Gewalt, die Polizei und ihr „Gewaltmonopol“, über Rassismus und das sogenannte „Bundesamt für Migration und Flüchtlinge“ (BAMF) sowie den – immer wieder rassistischen – Umgang der Behörden mit geflüchteten Menschen ebenso nachdenken wie über die Behinderung der Seenotrettung auf dem Mittelmeer und den „Traum“ eines vereinten Europa, der möglicherweise bereits am Zerplatzen ist. Eine wichtige Rolle spielen muss in diesen Überlegungen auch der Zusammenhang zwischen einer neoliberalen Marktideologie und Strukturen von Kolonialismus und Faschismus sowie der Rolle von Verschwörungsmythen und antisemitischen Mustern der Kapitalismuskritik.
Beginnen möchte ich diese Gedanken mit einem Erlebnis, das ich am Dienstag (26. Mai) hatte. Erzählt hatte ich davon bereits beim Podcast „Lagebesprech“ 102 am Mittwoch (3. Juni).
Meine Mitbewohnerin äußerte sich an jenem Dienstagnachmittag schockiert über ein Video, das sie auf Youtube gesehen hatte. Darin war zu sehen, wie ein Polizist auf dem Genick eines Mannes kniete, der um sein Leben schrie: „I can´t breeze.“
Am selben Abend berichtete auch die Tagesschau über den Tod von George Floyd. Meine Mitbewohnerin konte nicht hinsehen, denn auch dort wurde kurz das schockierende Video gezeigt. Ausführlich beschreibt Wikipedia den Todesfall George Floyd.
Meine Mitbewohnerin ist selber Opfer von Rassismus. Ihr begegnet diese menschenverachtende Haltung gelegentlich im Alltag, auf zermürbendere Weise aber in Bescheiden des BAMF und im Verhalten der Verantwortlichen bei einer mittelhessischen Ausländerbehörde. Meine Mitbewohnerin wurde in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abbeba geboren.