Klimakatastrophe und Coronavirus klagen an: Muss Massentourismus sein?

Trotz der Corona-Pandemie „müssen“ Millionen Menschen möglichst weit weg in Urlaub fliegen. Andere hingegen haben in ihrem Leben noch nie Urlaub gemacht.
Einige Unvernünftige verreisen in sogenannte „Risikogebiete“. Das sind Regionen mit einer starken Verbreitung von Corona-Infektionen. Doch das ficht einige offenbar nicht an. Anscheinend ist das die neue Art von „Abenteuerurlaub“ mit „dem besonderen Kick“.
Verständlich und vertretbar wären vielleicht Verwandtenbesuche oder unaufschiebbare Geschäftsreisen in solche Gebiete; aber zum Freizeitvergnügen taugen solche Regionen wirklich nicht. Schließlich können sich nicht nur die Reisenden selbst infizieren, sondern sie können nach der Rückkehr daheim auch zahlreiche weitere Menschen anstecken. Wer selbst eine Infektion trotz aller möglichen Gefahren in Kauf nimmt, der könnte sich damit vielleicht noch rechtfertigen, solange nicht das Risiko einer Verbreitung des Coronavirus an viele andere Menschen bestünde.
Wegen dieser unvernünftigen und unverantwortlichen Reiserei droht nun in Deutschland die „zweite Welle“ der Pandemie. Das bedroht vor allem diejenigen, die als Angehörige sogenannter „Risikogruppen“ nicht nur um ihre Gesundheit, sondern um ihr Leben fürchten. Für die Angst vor der „zweiten Welle“ können sie sich bei den „Trotz-Touristen“ nun herzlich bedanken.
Die Förderung der Hotel- und Gastronomiebetriebe kann kein Argument sein, das die Gefährdung von Menschenleben rechtfertigt. Ohnehin ist der Massentourismus längst eine Umweltplage mit katastrophalen Auswirkungen auf das Klima geworden. „Flugscham“ ist angesichts dieser Situation wohl mehr als berechtigt.
Ohnehin ist das Reisen über Länder- und Kontinentgrenzen hinweg eine neuere Entwicklung. Sie ist ein Luxus, den sich einige wenige auf Kosten der Natur und der Gesundheit anderer gönnen. Fernreisen sind eine andere Form von Kolonialismus, bei dem die Einheimischen am Reiseziel wie Affenim Zoo begafft und die Standard-Sehenswürdigkeiten mit einem selfi davor hastig abgehakt werden.
Millionen Menschen reisen selten oder nie in Urlaub. Viele haben in ihrem ganzen Leben noch niemals Urlaub gemacht. Da sollte es doch möglich sein, dass vernünftige und verantwortungsbewusste Menschen einmal ein Jahr auf „ihren“ Sommerurlaub verzichten!

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