Ein Schrei nach Freiheit: Janis Joplin starb vor 50 Jahren

„Freiheit“ ist nur ein anders wort für „Nichts zu verlieren haben“. Ihr Leben verlor Janis Joplin am 4. Oktober 1970.
Das Lied „Me and Bobby McGee“, in dem sie Freiheit definierte, hatte ursprünglich der Liedermacher und Schauspieler Kris Kristoffersen gesungen und auch geschrieben; doch Joplins posthum veröffentlichte Aufnahme machte den Song zum Evergreen.
Erst nach ihrem Tod wurde auch ihr Lied über einen Mercedes-Benz veröffentlicht. Allein die Stimme der Soul-Sängerin trägt diesen Song durch den eindringlichen Gesang, der ein Gebet an Gott richtet mit der Bitte um ein Auto, einen Farbfernseher und eine Nacht in der Stadt. Joplins Porsche wurde Jahrzehnte nach dem Tod der Blues-Sängerin für eine Millionensumme versteigert.
Leonard Cohen widmete ihr sein Lied „Chelsea Hotel“. Generationen von Musikinteressierten begeisterten sich für ihren Gesang. Ihre unglaublich soulige Stimme war in der Lage, gleichzeitig zwei Töne hervorzubringen.
Aufgrund ihres frühen Tods mit nur 27 Jahren wurde sie bald zur Legende. Ihre Heroinsucht wurde ihr zum Verderben. Die stets unorthodoxe Künstlerin war schon in ihrer Kindheit gemobbt und zur Außenseiterin abgestempelt worden.
All das machte sie für meine Generation zur Ikone. Ihre Musik war Rebellion. Ihre Stimme war pure Energie.
Doch Joplin konnte auch anders. Ihre leisen Töne ergreifen die Zuhörenden ebbenso, wie ihr kräftiger Soul fasziniert. Viele afro-amerikanische Musiker betrachteten Joplin als einzige Soul-Ikone mit heller Haut. Meine Generation hat sie verehrt und – im wahrsten Sinne des Wortes –
angehimmelt. Ihren ewigen Platz im Musikhimmel hat sie sicherlich sicher. Schöner wäre gewesen, sie hätte ein langes und befriedigendes Leben führen können, aber dann wären wahrscheinlich nicht diese eindrucksvoll eindringlichen Songs voller Schmerz Kraft und Wut entstanden.