Schluss: Wer einem Menschen die Rettung verweigert, gefährdet die ganze Welt

„Wer einem einzigen Menschen das Leben rettet, der rettet die ganze Welt“, heißt es im Talmud. Nicht nur Rabbiner ziehen auch den Umkehrschluss und warnen vor Unterlassener Hilfeleistung.
Wer einem Menschen die dringend benötigte Hilfe verweigert und damit dessen Leben zerstört, der vernichtet die ganze Welt. Zumindest vernichtet er damit deren Menschlichkeit. Zugleich zerstört er damit auch seine eigene Humanität.
Menschlichkeit ist notwendigerweise immer auch Mitmenschlichkeit. Härte gegen Andere ist immer auch Härte gegen sich selbst. Empathie ist unabdingbare Voraussetzung für jedes gelingende Leben in einer menschlichen Gesellschaft.
Bedauernswürdig sind all jene, die nicht mitfühlen können oder wollen. Noch bedauernswerter jedoch sind diejenigen, deren Leben durch diese gefühllose Einstellung zerstört oder beeinträchtigt wird. Bedauerlicch ist vor Allem aber, dass eine unmenschliche Politik der Abschottung und Ausgrenzung weltweit das Leben und die Gesundheit von Millionen Menschen gefährdet oder gar ganz zerstört.
Sei es die Seenotrettung auf dem Mittelmeer oder die mangelnde Aufnahmebereitschaft geflüchteter Menschen beispielsweise aus Moria, seien es aber auch die vielen psychischen Stiche ins Herz geflüchteter Menschen, denen in diesem Land die Anerkennung verweigert oder der Alltag erschwert wird; sie alle zeugen beredt von der inhumanen Inkompetenz von politisch Verantwortlichen, die eine „Festung Europa“ auf den Leichen von Menschen errichten. Jahrhunderte kolonialen Rassismus haben tiefe Spuren hinterlassen in Europa. In Zeiten der Corona-Pandemie und des rasanten Klimawandels ist die Notwendigkeit gemeinschaftlicher Verantwortung für die ganze Welt deutlicher erkennbar denn je.
Wer trotzdem immer noch nicht lernen will oder kann, der ist ungeeignet für jegliche Verantwortung in der Gemeinschaft. Wer Macht missbraucht zum eigenen Vorteil, der ist ungeeignet für wichtige Positionen in Wirtschaft und Staat. Wer Menschen abwertet, gehört nicht ins Innenministerium, sondern bestenfalls ins altenheim.
Die kommende Generation wird ihre Eltern und Großeltern einmal fragen: Was habt Ihr getan für den Klimaschutz? Was habt Ihr getan für Frieden und Mitmenschlichkeit?
Möge jede und jeder, der oder die diese Fragen zu beantworten hat, reinen Gewissens sagen können: „Ich habe mein Bestes gegeben. Ich habe mich zumindest immer bemüht.“
Auf dem Grabstein des einstigen Bundeskanzlers Willy Brandt steht der schlichte Satz: „Man hat sich bemüht.“ Packen wir´s also an, damit unsere Gräber nicht irgendwelche verpönten Orte sein werden, wo man unmenschliche „Untäter“ verscharrt hat!