Zum Tag des weißen Stockes: Ärger über Ausgrenzung Behinderter

Der 15. Oktober ist der „Internationale Tag des weißen Stockes“. Für mich ist dieses Datum Anlass, meinem Ärger über Ausgrenzung Luft zu machen.
Am „Tag des weißen Stockes“ weisen Blinde auf ihre besonderen Belange hin. Der „weiße Stock“ ist nicht nur das internationale Erkennungszeichen der Blinden, sondern auch ihr wichtigstes Hilfsmittel zu selbständiger Mobilität. Mit dem Langstock ertasten sie ihren Weg auf Straßen oder in Gebäuden, indem sie die Stockspitze dort aufsetzen, wo beim nächsten Schritt der Fuß hintreten würde.
Als mehrfachbehinderter Blinder benutze ich den weißen Langstock in erster Linie als Erkennungszeichen. Aufgrund meiner weiteren Beeinträchtigungen fällt mir eine selbständige Mobilität auf Straßen und Plätzen zu schwer. Zudem wäre das für mich viel zu gefährlich.
Diese Einschränkung habe ich inzwischen schweren Herzens akzeptiert. Außerhalb meiner Wohnung bewege ich mich nach Möglichkeit nur noch in Begleitung vertrauter Menschen. Ihnen vertraue ich meine Sicherheit an und fühle mich dabei auch sicher.
Andere Formen von Ausgrenzung möchte ich jedoch nicht hinnehmen. Dazu gehört die unangemessene Missachtung meiner Bedürfnisse im Mailverkehr. Obwohl ich freundlich um Übersendung aller Informationen direkt im Mailkörper bitte, erreichen mit viele Texte immer wieder als Attachment.
Wenn ich darauf hinweise, dass ich keine Anlagen öffne, werden mir oft andere Blinde vorgehalten, die das tun. Ich bin aber kein anderer, sondern ein mehrfahchbehinderter Mensch, der seine eigenen Bedürfnisse äußert. Doch selbst manche Behinderte respektieren meine individuellen Bedürfnisse nicht.
Mitunter kommt es auch vor, dass ich nach einem Hinweis auf meine Behinderung die nächste Mail direkt im Mailkörper erhalte, die übernächste dann aber wieder mit dem Text im Anhang. Melde ich mich darauf zurück, heißt es fast genervt, das sei „vergessen“ worden. Muss ich also ständig dagegen ankämpfen, „vergessen“ zu werden?
Sollte mir dergleichen wieder passieren, werdee ich diejenigen Behörden, die mich wieder mal „vergessen“ haben und nicht mal entschuldigen, öffentlich machen. Menschenfeindlichkeit äußert sich nämlich auch in mangelndem respekt. Das musste zum „Internationalen Tag des weißen Stockes“ am 15. Oktober mal gesagt werden.